AfD zerrissen: Machtkampf um US-Truppen und Russland-Sympathien spaltet Partei
Caren PaffrathAfD zerrissen: Machtkampf um US-Truppen und Russland-Sympathien spaltet Partei
Ein erbitterter Streit über die Außenpolitik spaltet die rechtspopulistische AfD in Deutschland. Der Konflikt eskalierte, nachdem Parteichef Tino Chrupalla den Abzug der US-Truppen aus Deutschland gefordert hatte – nur um von dem prominenten Parteimitglied Maximilian Krah öffentlich widersprochen zu werden.
Die Auseinandersetzung legt tiefe Gräben innerhalb der Partei offen: Während ein Flügel für eine westliche Ausrichtung plädiert, sympathisiert ein anderer seit jeher mit Russland – ein Konflikt, der die AfD seit ihrer Gründung begleitet. Der aktuelle Streit begann im April 2026, als Chrupalla in einer Rede in Sachsen den Abzug der amerikanischen Streitkräfte forderte. Krah konterte umgehend und betonte, Deutschland brauche "starke Partner" wie die USA. Seine Erwiderung unterstrich die langjährige interne Spaltung der AfD: Ein Flügel befürwortet die NATO und enge Bindungen zum Westen, während andere, darunter Björn Höcke, traditionell russlandfreundlich eingestellt sind.
Die Widersprüchlichkeit der AfD in der Außenpolitik reicht Jahre zurück. Frühere prorussische Tendenzen, oft als "putinistisch" bezeichnet, standen im Kontrast zu Positionen wie während des Iran-Konflikts, als der Verteidigungsexperte Hannes Gnauck eine proamerikanische Pressemitteilung verfasste – die jedoch von den Parteivorsitzenden Alice Weidel und Chrupalla blockiert wurde. Heute betrachten Gnauck und Krahs Flügel Russland als Hauptbedrohung, was sie in Opposition zu Höckes Lager bringt.
Auch intern brodelt es. Rüdiger Lucassen, verteidigungspolitischer Sprecher der AfD, warf Höckes prorussischem Flügel vor, ihn aus seinem Amt drängen zu wollen. Zudem hat die Weigerung der Partei, sich von Martin Sellners umstrittenem "Remigrations"-Plan zu distanzieren – der selbst deutsche Staatsbürger treffen könnte –, ihren Glaubwürdigkeit weiter beschädigt. Krah warnte, dass solche extremen Positionen die politische Isolation der AfD nur vertiefen.
Die AfD bleibt zerrissen zwischen Befürwortern westlicher Bündnisse und denen, die engere Beziehungen zu Russland anstreben. Die internen Machtkämpfe um US-Truppen, die NATO und frühere prorussische Sympathien zeigen keine Anzeichen einer Lösung.
Mit Lucassen unter Druck und Sellners "Remigrations"-Vorschlag, der wie ein Damoklesschwert über der Partei hängt, riskieren die Spannungen, die politische Position der AfD weiter zu schwächen.






