16 March 2026, 10:10

Antisemitismus-Beauftragter verlässt Linke nach jahrelangen Konflikten und Definition-Streit

Ein Plakat mit Bildern von Männern und dem Text "Verratet nicht eure Helden - Die Männer, die für euer Recht zu wählen gekämpft haben", das für das Wahlrecht wirbt.

"Ich halte es nicht mehr aus": Anti-Semitismus-Beauftragter verlässt Linke - Antisemitismus-Beauftragter verlässt Linke nach jahrelangen Konflikten und Definition-Streit

Andreas Büttner, der Antisemitismus-Beauftragte des Landes Brandenburg, ist nach fast einem Jahrzehnt aus der Linken ausgetreten. Sein Rücktritt folgt auf jahrelange interne Konflikte, darunter verbale Angriffe von Parteikollegen und die jüngste Entscheidung der Partei, die international anerkannte Definition von Antisemitismus abzulehnen.

Als endgültigen Grund für seinen Austritt nannte Büttner die Haltung der Partei zum Antisemitismus – ihre Positionen seien "unlogisch und schädlich", so der Politiker.

Büttner war 2015 der Linken beigetreten, nachdem er zuvor Mitglied in CDU und FDP gewesen war. Von 2009 bis 2014 sowie erneut von 2019 bis 2024 saß er für die Partei im brandenburgischen Landtag. Im Laufe der Zeit sah er sich jedoch immer wieder verbalen Angriffen und Diffamierungen aus den eigenen Reihen ausgesetzt, was schließlich zu einem laufenden Parteiausschlussverfahren führte.

Der endgültige Bruch kam, als die Linke die Antisemitismus-Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) zugunsten der "Jerusalemer Erklärung" von 2021 aufgab. Büttner verurteilte diesen Schritt scharf: Die neue Definition schwäche den Schutz vor antisemitischen Narrativen. Zudem kritisierte er, dass die Partei nur zögerlich auf persönliche Angriffe gegen ihn reagiert habe – nach einem Vorfall dauerte es drei Tage, bis eine öffentliche Stellungnahme erfolgte.

Die Situation sei "absurd", betonte Büttner: Er selbst stehe nun vor dem Parteiausschluss, weil er sich gegen Antisemitismus in den eigenen Reihen ausspreche. Sein Rücktritt im März 2026 reiht sich ein in die Kritik von Felix Klein, dem Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung, der die Haltung der Linken bereits zuvor scharf verurteilt hatte.

Büttners Austritt stellt die Linke vor weitere Fragen zu ihrem Umgang mit Antisemitismus. Die Partei isoliert sich damit zunehmend von den etablierten politischen Kräften: Grüne, SPD und CDU halten weiterhin an der IHRA-Definition fest. Sein Schritt unterstreicht zudem die anhaltenden Spannungen zwischen Parteiführung und jenen Mitgliedern, die die Position der Linken zum Antisemitismus kritisch sehen.

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