Deutsche Bahn drohen massive Zugausfälle wegen maroder Gleise in Bayern
Beatrix FiebigMarode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Deutsche Bahn drohen massive Zugausfälle wegen maroder Gleise in Bayern
Deutsche Bahn erwägt massive Zugausfälle in Bayern wegen maroden Schienennetzes
Die Deutsche Bahn prüft flächendeckende Zugstreichungen in Bayern, nachdem sich der Zustand des regionalen Schienennetzes weiter verschlechtert hat. Der Schritt folgt auf jahrelange Unterfinanzierung – Experten warnen, dass eine vollständige Sanierung noch ein weiteres Jahrzehnt dauern könnte. Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) lehnte zwar einen großen Stilllegungsplan ab, räumte aber ein, dass es bisher keine klare Lösung gebe.
Die Krise spitzte sich zu, nachdem die Bahn (DB) signalisiert hatte, dass die schlechte Gleisqualität zu Einschränkungen im Fahrplan führen könnte. Bernreiter schloss umgehend den früheren DB-Vorschlag aus, die Strecke München–Rosenheim 2028 monatelang komplett zu sperren. Gleichzeitig gestand er, keine konkrete Strategie zur Eindämmung der Störungen zu haben.
Im Landtag enthüllte der CSU-Verkehrsexperte Jürgen Baumgärtner Details aus einem Gespräch mit DB-Chefin Evelyn Palla. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB Infrago, schlug vor, die Trassenvergabe anzupassen, um Kapazitäten und Servicequalität besser auszubalancieren. Eine endgültige Entscheidung verschob das Unternehmen jedoch – eine Bekanntgabe stehe bis Ende dieser oder Anfang nächster Woche aus.
Reparaturen in Bayern dauern bereits jetzt 12 bis 18 Monate pro Abschnitt, bis die Strecken wieder regulär genutzt werden können. Die Grünen fordern die Staatsregierung auf, die Mittel für die Schieneninfrastruktur deutlich aufzustocken, doch konkrete Finanzzusagen bleiben vorerst aus.
Während die Modernisierung des bayerischen Schienennetzes weiter stockt, drohen Reisenden und dem Güterverkehr durch mögliche Streichungen der Bahn zusätzliche Belastungen. Eine offizielle Mitteilung zu den nächsten Schritten wird in den kommenden Tagen erwartet.