06 April 2026, 22:10

DRK-Präsident Gröhe fordert radikale Sozialreformen gegen drohende Kostenexplosion

Alter deutscher Regierungsdokument mit einem kreisförmigen schwarzen Stempel auf vergilbtem Papier, geschrieben in schwarzer Tinte.

DRK-Präsident Gröhe fordert radikale Sozialreformen gegen drohende Kostenexplosion

Hermann Gröhe, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), hat sich zur dringenden Notwendigkeit von Reformen im Sozialsystem geäußert. Er begrüßte zwar die neue Regierungskommission zum Sozialstaat, warnte jedoch, dass steigende Anforderungen und wirtschaftliche Belastungen eine sorgfältige Planung erfordern.

Gröhe verwies auf zentrale Herausforderungen, vor denen das Sozialsystem steht: Eine alternde Bevölkerung, zunehmende Vereinsamung und die Integration von Migrantinnen und Migranten belasten die Ressourcen. Gleichzeitig bleibe der finanzielle Spielraum aufgrund der anhaltenden Wirtschaftsschwäche begrenzt, betonte er.

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Er argumentierte, dass eine Schwächung der ambulanten Pflege mehr Menschen früher in stationäre Langzeitpflege drängen könnte – mit der Folge höherer Kosten in Zukunft. Stattdessen forderte er eine stärkere Konzentration auf präventive Maßnahmen, um Krankheiten vorzubeugen und den Druck auf das System zu verringern.

Der DRK-Präsident plädierte zudem für ein effizienteres Sozialsystem. Durch Bürokratieabbau und Digitalisierung ließe sich die Unterstützung zielgenauer gestalten, so Gröhe. Gleichzeitig warnte er vor kurzfristigen Sparmaßnahmen, die sich später als Bumerang erweisen könnten.

Gröhe bestand darauf, dass Wohlfahrtsverbände eine zentrale Rolle in den Reformdebatten spielen müssen. Klargestellt wurde, dass tiefgreifende Veränderungen nicht allein über übliche Kabinetts- oder Parlamentsverfahren beschlossen werden können. Das DRK werde sich aktiv in die Diskussionen um die Gesundheitsreformen einbringen, kündigte er an.

Die Regierungskommission hat bereits mit der Prüfung von Vorschlägen sozialer Organisationen begonnen. Gröhes Warnungen unterstreichen die Notwendigkeit ausgewogener Reformen, die langfristige Folgekosten vermeiden. Sein Appell für eine breitere Konsultation deutet darauf hin, dass Veränderungen die Einbindung verschiedener Akteure erfordern.

Quelle