22 April 2026, 20:12

Ermittlungen gegen Journalist Jonas Müller wegen übler Nachrede eingestellt

Ein Mann in Anzug und Krawatte spricht in ein Mikrofon an einem Rednerpult mit einem Banner im Hintergrund zu einer Menge.

Ermittlungen gegen Journalist Jonas Müller wegen übler Nachrede eingestellt

Ermittlungsverfahren wegen übler Nachrede gegen Journalisten Jonas Müller eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat ein Verfahren wegen übler Nachrede gegen den Journalisten Jonas Müller eingestellt. Im Mittelpunkt des Falls stand seine Berichterstattung über Hamado Dipama, einen burkinischen Aktivisten und ehemaligen Flüchtling in Deutschland. Eine Notfall-Spendenaktion hatte zuvor Müllers Anwaltskosten gedeckt und dabei 15.000 Euro von Unterstützern eingesammelt.

Der Streit begann, nachdem Müllers "ÖRR-Blog" Artikel veröffentlicht hatte, die Dipamas Flüchtlingsstatus infrage stellten. In einem Beitrag wies er auf Dipamas Interaktion mit einem Instagram-Post der Gruppe "Afrokratie" hin, in dem weiße Menschen zunächst als "Neandertaler" bezeichnet worden waren. Zudem äußerte Müller Zweifel, ob Dipama seinen Asylstatus behalten könne, falls er 2025 nach Burkina Faso zurückkehre – angesichts der politischen Veränderungen seit seiner Ausreise 2002 unter dem damaligen Präsidenten Blaise Compaoré.

Dipama reagierte mit Klage wegen übler Nachrede, nicht nur gegen Müller, sondern auch gegen das Magazin "Cicero" und das Nachrichtenportal "Apollo". Die Ermittlungen belasteten Müller stark; er beschrieb den Prozess als emotional zermürbend und sagte, sie hätten ihn an seiner journalistischen Arbeit zweifeln lassen.

Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren schließlich ein – eine Entscheidung, die Müller begrüßte. Zuvor hatte er die ungleiche Last in Beleidigungsklagen kritisiert und argumentiert, dass Beschuldigte oft unverhältnismäßigem Stress und hohen Kosten ausgesetzt seien. Mit der Einstellung des Verfahrens muss er keine weiteren rechtlichen Konsequenzen wegen seiner Berichte über Dipama fürchten.

Die fallengelassenen Vorwürfe beenden einen monatelangen Rechtsstreit für Müller. Sein Fall hatte die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen gelenkt, mit denen Journalisten konfrontiert sind, wenn sie über Personen des öffentlichen Lebens berichten. Die gesammelten 15.000 Euro für seine Verteidigung werden nun nicht mehr für Anwaltskosten benötigt.

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