Explodierende Terrassengebühren: Warum Gastronomen in diesen Städten zahlen müssen – oder nichts
Beatrix FiebigExplodierende Terrassengebühren: Warum Gastronomen in diesen Städten zahlen müssen – oder nichts
Schrankenplätze werden in deutschen Städten immer teurer – und belasten Gastronomiebetriebe
Die Kosten für Außenbewirtung steigen in einigen deutschen Städten stark an und setzen lokale Restaurants unter Druck. Ein neuer Bericht zeigt enorme Unterschiede bei den Terrassengebühren zwischen den Kommunen: Manche verlangen über 1.000 Euro für eine Standardaufstellung, während ein Fünftel der befragten Städte diese Abgaben komplett gestrichen hat, um kämpfende Betriebe zu entlasten.
Spitzenreiter ist Wernigerode mit den höchsten Gebühren: 1.163 Euro werden für eine typische 25 m² große Außenfläche fällig. Die hohen Kosten folgen auf eine Änderung der örtlichen Verordnungen im Jahr 2023, die einen Zusatzaufschlag für Betriebe auf dem zentralen Marktplatz einführte. Auch die benachbarten Städte Lutherstadt Wittenberg (750 Euro) und Halle (Saale) (700 Euro) erheben hohe Gebühren.
Am anderen Ende der Skala bieten Schönebeck und Zeitz die günstigsten Konditionen: Hier kosten dieselben Flächen in der Hauptsaison (Mai–September) nur 52 bzw. 56 Euro. Dessau-Roßlau, Bernburg und Naumburg halten sich mit 100, 125 und 125 Euro unter der 150-Euro-Marke. Dreizehn Städte, darunter Magdeburg, verlangen weniger als 251 Euro.
Eine Reihe von Kommunen – darunter Merseburg, Sangerhausen, Köthen, Salzwedel und Lutherstadt Eisleben – hat die Terrassengebühren mittlerweile ganz abgeschafft. Der Bund der Steuerzahler fordert nun eine flächendeckende Streichung dieser Abgaben und argumentiert, die finanziellen Auswirkungen auf die Haushalte der Städte seien minimal. Die Einnahmen aus den Terrassengebühren machten in der Regel weniger als 0,05 Prozent des Gesamtbudgets aus.
Die Forderung nach einem Wegfall der Gebühren zielt darauf ab, Gastronomen zu entlasten und die Attraktivität der Innenstädte zu steigern. Während einige Städte bereits auf die Erhebung verzichten, wird die Debatte über faire Preise für Außenbewirtung voraussichtlich an Fahrt aufnehmen. Bis dahin müssen Betriebe in Hochpreisregionen deutlich höhere Kosten tragen als ihre Nachbarn.






