06 April 2026, 22:10

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn vor, eine "Geldwäschemaschine" zu sein

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Insolvenzfälle in den Vereinigten Staaten von 1995 bis 2011 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

GDL-Chef Reißen wirft der Bahn vor, eine "Geldwäschemaschine" zu sein

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Mario Reißen, hat die Deutsche Bahn (DB) scharf angegriffen. Er bezeichnete die Finanzgebarung des Konzerns als ineffizient und verglich sie mit einer "Geldwäschemaschine". Seine Kritik kommt angesichts anhaltender Bedenken hinsichtlich des Managements und der Ausgabenpraxis der DB.

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Reißen richtete sich insbesondere gegen die undurchsichtigen Finanzstrukturen des Unternehmens, die seiner Meinung nach die Transparenz erschweren. Er verwies auf fast 600 Tochtergesellschaften, die seiner Ansicht nach vor allem dazu dienten, Finanzströme zu zersplittern und Steuergelder zu erschließen. Der Gewerkschaftschef stellte zudem die Ernennung von Karin Dohm zur Finanzchefin infrage und bezeichnete sie als unqualifiziert für die Position. Er warnte, dass ihre Einstellung voraussichtlich zu weiteren Konflikten führen werde.

Der GDL-Vorsitzende ging noch einen Schritt weiter und schlug vor, die oberste Führungsebene um die Hälfte zu verkleinern, um die Leistung der DB zu verbessern. Zwar unterstützte er die jüngsten Umstrukturierungsmaßnahmen von Vorstandschefin Evelyn Palla – darunter die Entlassungen von Dohm und der DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta –, forderte von ihr aber entschlossenere Schritte. Reißen argumentierte zudem, dass der Fernverkehr der DB angesichts der modernen Flotte und fortschrittlicher Technologie eigentlich keine Probleme haben dürfe.

Seine Äußerungen erstreckten sich auch auf grundsätzliche finanzielle Bedenken: Reißen behauptete, die Steuerzahler würden letztlich die Zeche für das zuteilen, was er als Missmanagement ansieht. Ohne eine klarere finanzielle Kontrolle, so betonte er, würden sich die Probleme der DB weiter verschärfen.

Reißens Aussagen spiegeln die wachsende Verärgerung über die finanziellen und betrieblichen Entscheidungen der DB wider. Die Kritik der Gewerkschaft erhöht den Druck auf das Unternehmen, seine Strukturen zu vereinfachen und seine Personalentscheidungen zu rechtfertigen. Wie die DB darauf reagiert, könnte die künftigen Beziehungen zu Mitarbeitern und der Öffentlichkeit prägen.

Quelle