Hitlers Paradewagen: Der Mercedes-Benz 770 bleibt unverkauft – trotz Millionengebot
Stjepan HeinrichHitlers Paradewagen: Der Mercedes-Benz 770 bleibt unverkauft – trotz Millionengebot
Ein seltener Mercedes-Benz 770, der einst von Adolf Hitler für Paraden genutzt wurde, ist in den USA unter den Hammer gekommen. Das Modell von 1939, auch als "Großer Mercedes" bekannt, wurde von Worldwide Auctioneers versteigert, fand jedoch keinen Käufer, nachdem das höchste Gebot hinter den Erwartungen zurückblieb. Dieses spezielle Fahrzeug transportierte während des Krieges auch ausländische Führungspersönlichkeiten, darunter Benito Mussolini und Kaiser Hirohito.
Das Auto gehörte zu einer streng limitierten Serie – insgesamt wurden nur 88 Mercedes-Benz 770 gebaut. Angetrieben von einem 7,7-Liter-Reihenkraftstoffmotor mit acht Zylindern und 230 PS verkörperte es damals Luxus und ingenieurtechnische Meisterleistung. Die viertürige Version kostete ursprünglich 44.000 Reichsmark, die Siebensitzer-Ausführung 47.500 Reichsmark – heute entspricht das etwa 182.000 bzw. 196.000 Euro.
Hitler ließ das Fahrzeug mit einer verstärkten Windschutzscheibe und gepanzerten Seitenteilen für zusätzlichen Schutz nachrüsten. Trotz der robusten Bauweise war die Paradenversion auf 80 km/h (50 mph) gedrosselt, um die Reifen zu schonen, während ungeschützte Modelle bis zu 170 km/h (106 mph) erreichten. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten die Alliierten das Auto und brachten es in die USA, wo es seitdem akribisch restauriert und erhalten wurde.
Bei der Auktion stieg das höchste Gebot auf sieben Millionen US-Dollar, doch der Verkäufer lehnte ab – vermutlich in der Hoffnung auf einen höheren Preis. Experten hatten den Wert des Wagens aufgrund seiner historischen Bedeutung und Seltenheit auf sieben bis neun Millionen Dollar geschätzt.
Der Mercedes-Benz 770 bleibt eines der berüchtigtsten und begehrtesten Sammlerstücke aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Dass er bei der Versteigerung keinen Käufer fand, deutet darauf hin, dass der Besitzer von einem noch höheren Erlös ausgeht. Sein Erbe als Symbol der NS-Propaganda und technischer Überlegenheit sichert ihm weiterhin das Interesse von Historikern und Sammlern.






