Jungheinrich kämpft mit Gewinnrückgang und überraschendem Führungswechsel
Stjepan HeinrichJungheinrich kämpft mit Gewinnrückgang und überraschendem Führungswechsel
Jungheinrich meldet deutlichen Gewinnrückgang im ersten Quartal
Jungheinrich verzeichnet im ersten Quartal dieses Jahres einen deutlichen Einbruch der Erträge. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) halbierte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2023. Gleichzeitig steht das Unternehmen vor einem überraschenden Führungswechsel: Die Finanzvorständin verlässt das Unternehmen früher als erwartet.
Der Gewinnrückgang fällt in eine Phase schwieriger Marktbedingungen und betrieblicher Störungen. Ein Streik am Produktionsstandort Lüneburg sowie der harte Wettbewerb im Bereich der Fördertechnik belasteten die Ergebnisse stark. Diese Herausforderungen führten dazu, dass sich das EBIT in den ersten drei Monaten des Jahres nahezu halbierte.
Auch der Aktienkurs des Unternehmens litt unter der Entwicklung. Seit Ende 2025 hat sich der Börsenwert von Jungheinrich um fast 30 Prozent verringert und liegt derzeit bei rund 2,6 Milliarden Euro. Die Familie der Unternehmensgründer hält weiterhin die Mehrheit: Nachkommen von Friedrich Jungheinrich besitzen 53 Prozent der Anteile. Dazu gehören 54 Millionen stimmberechtigte Stammaktien, die zu gleichen Teilen auf die Familien seiner beiden Töchter entfallen. Weitere 45 Millionen stimmrechtslose Vorzugsaktien werden öffentlich im MDAX gehandelt.
Die aktuellen Führungswechsel verschärfen den Druck auf das Unternehmen. Heike Wulff, die Finanzchefin, scheidet nach einer einvernehmlichen Lösung mit dem Aufsichtsrat früher als geplant aus. Lars Brzoska, der Vorstandsvorsitzende von Jungheinrich, übernimmt vorläufig die Finanzverantwortung. Er wird den Bereich leiten, bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist.
Jungheinrich steht nun vor der doppelten Aufgabe, die finanzielle Performance zu stabilisieren und gleichzeitig eine neue Finanzchefin oder einen neuen Finanzchef zu suchen. Die Gründerfamilie übt zwar weiterhin starken Einfluss aus, doch die jüngsten Rückschläge haben den Marktwert deutlich gemindert. Eine Erholung hängt davon ab, ob es gelingt, die Produktionsprobleme zu lösen und sich in einem hart umkämpften Markt zu behaupten.






