08 April 2026, 00:15

Kinder- und Jugendhilfe vor radikaler Reform: Was sich für Familien ändert

Plakat zur Unterstützung des American Rescue Plan, das den Text enthält, dass es die Kinderarmut in der Hälfte reduzieren würde, und ein Bild einer vielfältigen Gruppe von Menschen.

Kinder- und Jugendhilfe vor radikaler Reform: Was sich für Familien ändert

Umfassende Reformen der Kinder- und Jugendhilfe stehen bevor. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die bisherigen individuellen Förderpläne durch standardisierte, pauschalierte Leistungen ersetzt. Nach Angaben der Behörden sollen die Änderungen langfristig Kosten sparen und die Vergabe von Hilfsangeboten vereinfachen.

Das geplante Gesetz ersetzt den bisherigen Rechtsanspruch auf individuelle Beratung und Unterstützung durch ein umfassendes Bildungsförderprogramm. Damit werden Integrationsleistungen gebündelt und aus dem Neunten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB IX) in das Achte Buch (SGB VIII) überführt. Ziel ist es, ein einheitliches System für alle Leistungen zu schaffen.

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Allerdings könnten die Reformen zu Kompetenzstreitigkeiten führen. Unklarheiten gibt es vor allem bei der Abgrenzung zwischen Förderbedarf und der Art einer Behinderung. Zudem werden einige Maßnahmen erst schrittweise bundesweit eingeführt, sodass sich die vollen finanziellen Auswirkungen verzögern.

Die Einsparungen sollen langfristig steigen: Bis 2028 werden jährliche Ersparnisse von 200,6 Millionen Euro erwartet, bis 2036 könnten sie auf 2,7 Milliarden Euro pro Jahr anwachsen. Der Großteil der Mittel kommt den Bundesländern und Kommunen zugute.

Die Reformen bedeuten einen grundlegenden Wandel in der Kinder- und Jugendhilfe. Durch die Standardisierung von Leistungen und die Zusammenführung der Rechtsgrundlagen will die Regierung Kosten senken, ohne die Versorgung zu gefährden. Die vollständigen Folgen werden sich jedoch erst zeigen, wenn die Änderungen flächendeckend umgesetzt sind.

Quelle