15 March 2026, 04:09

Leipziger Buchmesse 2026: Zwischen Literatur-Highlights und politischer Zündstoff

Ein Plakat mit einem offenen Buch und einer goldenen Krone darauf, mit der Aufschrift "Internationale Buchkunstausstellung Leipzig 1927".

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Die Leipziger Buchmesse 2026 startet diese Woche unter politischen Wolken

Die diesjährige Leipziger Buchmesse beginnt inmitten einer politischen Kontroverse. Eine Debatte um die Entscheidung von Kulturminister Wolfram Weimer, drei linksgerichtete Buchhandlungen von der Vergabe eines wichtigen Preises auszuschließen, hat Proteste und scharfe Kritik ausgelöst. Trotz des Streits versprechen die Veranstalter ein dichtes Programm mit Lesungen, Diskussionen und Auftritten prominenter Gäste.

Den Auftakt bildet ein Schwerpunkt auf die Donauregion unter dem Motto "Unter Strömung und zwischen Welten". An vier Tagen widmen sich 24 Veranstaltungen der Literatur aus dieser Region – mit Gesprächen, Buchpremieren und Podiumsdiskussionen. Gleichzeitig ist vor der Eröffnung eine Demonstration geplant: Aktivisten protestieren gegen Weimers Einflussnahme auf den Deutschen Buchhandlungspreis.

Der Minister selbst wird eine zentrale Rolle einnehmen: Er nimmt an der Eröffnungsrede, einer Führung und einer Diskussion über Meinungsfreiheit teil. Seine Präsenz dürfte die Aufmerksamkeit auf den anhaltenden Konflikt lenken. Die Preisverleihung wurde abgesagt, nachdem Verlage aus Protest ihre Teilnahme zurückgezogen hatten. Dennoch gibt sich Messedirektorin Astrid Böhmisch optimistisch. Die Zahl der Aussteller liege leicht über dem Vorjahr, und rund 300.000 Besucher werden erwartet.

Abseits der politischen Auseinandersetzungen wartet die Messe mit einem 18-stündigen Lese-Marathon von Juli Zehs Roman "Unterleuten" auf. Bürger, Politiker und die Messedirektorin werden abwechselnd daraus vorlesen; die Lesung wird per Livestream übertragen. Weitere Highlights sind die erstmals vergebenen BookBeat Awards, der Kurt-Wolff-Preis sowie der Self-Publishing-Buchpreis. Zudem wird der Leipziger Buchpreis in drei Kategorien verliehen – unter den Nominierten für Belletristik dominieren Frauen.

Auch prominente Autoren werden für Besuchermagnete sorgen: Alice Schwarzer, Daniela Katzenberger, Sebastian Fitzek und Bernhard Schlink sind sowohl auf der Messe als auch beim Begleitfestival "Leipzig liest" zu erleben. Böhmisch bedauerte zwar die Absage der Preisverleihung, betonte aber die kulturelle Bedeutung der Veranstaltung.

Bis Sonntag verbindet die Buchmesse literarische Feiern mit politischer Spannung. Die Organisatoren hoffen, dass das vielseitige Programm – von regionalen Schwerpunkten bis zu hochkarätigen Gesprächen – die Aufmerksamkeit auf die Bücher lenkt. Doch mit geplanten Protesten und Weimers umstrittenem Auftritt wird diese Ausgabe kaum ohne Debatten auskommen.

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