Mercedes-Benz will 40-Stunden-Woche durchsetzen – Gewerkschaften blockieren
Stjepan HeinrichMercedes-Benz will 40-Stunden-Woche durchsetzen – Gewerkschaften blockieren
Mercedes-Benz steht unter Druck, Arbeitszeiten anzupassen, um Personalkosten zu senken
Der Aufsichtsratsvorsitzende des Konzerns drängt auf längere Schichten, während die Arbeitnehmervertreter den Vorschlag vehement ablehnen. Die aktuellen Tarifverträge sehen für die Belegschaft eine 35-Stunden-Woche vor.
Martin Brudermüller, Vorsitzender des Aufsichtsrats, argumentierte, Deutschland müsse zur 40-Stunden-Woche zurückkehren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Diese Anpassung würde seiner Meinung nach helfen, die im internationalen Vergleich hohen Lohnkosten zu reduzieren. Mercedes-Benz bestätigte, dass die deutschen Werke im Vergleich zu ausländischen Konkurrenten Kostennachteile hätten.
Ergun Lümali, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, lehnte den Vorstoß kategorisch ab. Er betonte, dass eine Arbeitszeiterhöhung ohne zusätzlichen Lohnausgleich das Problem der nicht ausgelasteten Produktionskapazitäten nicht löse. Zudem wies Lümali darauf hin, dass Änderungen bei Löhnen oder Arbeitszeiten der Zustimmung der IG Metall und der Arbeitgeberverbände bedürften.
Das Unternehmen prüft derzeit Möglichkeiten, die Effizienz zu steigern, und steht weiterhin in Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern. Formelle Verhandlungen über eine Abkehr von der 35-Stunden-Woche gibt es jedoch bisher nicht.
Die Debatte zeigt die tiefe Spaltung zwischen Unternehmensführung und Belegschaft in Fragen der Arbeitskosten und Produktivität. Ohne die Zustimmung der Gewerkschaften können keine Änderungen der Arbeitszeiten umgesetzt werden. Mercedes-Benz sucht weiterhin nach Lösungen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken – stets unter Einhaltung der bestehenden Tarifvereinbarungen.
