PCK-Raffinerie in der Krise: Deutschland und Polen suchen verzweifelt nach Lösungen
Beatrix FiebigPCK-Raffinerie in der Krise: Deutschland und Polen suchen verzweifelt nach Lösungen
Die Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen über die PCK-Raffinerie ziehen sich weiter ohne Lösung hin. Die Anlage, die für die Treibstoffversorgung in Nordostdeutschland und Berlin von entscheidender Bedeutung ist, steht seit dem Stopp der kasachischen Rohöllieferungen durch Russland über die Druschba-Pipeline im Mai vor ungewisser Zukunft.
Durch Russlands Entscheidung im Mai fiel etwa ein Fünftel des in PCK verarbeiteten Rohöls weg. Dennoch hielt die Raffinerie im Mai eine Auslastung von 82 Prozent aufrecht, indem sie auf bestehende Reserven zurückgriff. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement betonte, die Bemühungen zur Stabilisierung der Produktion blieben auf Kurs.
Mehrheitseigner von PCK sind deutsche Tochtergesellschaften des russischen Konzerns Rosneft, die derzeit unter Bundesaufsicht stehen – eine Folge der Sanktionen im Zusammenhang mit Moskaus Krieg gegen die Ukraine. Polen signalisierte zwar Bereitschaft, die Raffinerie zu unterstützen, zeigt sich aber zurückhaltend, wenn es um direkte Gespräche mit Rosneft Deutschland geht.
Um die Versorgungslücke zu schließen, laufen Gespräche, mehr Öl über den Hafen von Danzig (Gdańsk) zur Raffinerie umzuleiten. Wann jedoch die volle Versorgung wiederhergestellt werden kann, bleibt unklar. Vorerst hängt der Betrieb der Anlage von alternativen Transportwegen und Lagerbeständen ab. Deutsche und polnische Behörden arbeiten weiterhin an langfristigen Lösungen. Bisher führte die Störung noch nicht zu einem Rückgang der Produktion unter das aktuelle Niveau.






