Pflegeversicherung am Abgrund: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028
Stjepan HeinrichPflegeversicherung am Abgrund: 22,5 Milliarden Euro Defizit drohen bis 2028
Deutschlands Pflegeversicherung steht vor dem Kollaps
Das deutsche System der Pflegeversicherung ist massiv unter Druck. Nach 31 Jahren Betrieb steckt die Einrichtung in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Steigende Kosten und ausstehende Zahlungen haben den Fonds an den Rand der finanziellen Instabilität gebracht.
Die Pflegekasse gibt weit mehr aus, als sie einnimmt. Die Versicherten zahlen bereits die maximal möglichen Eigenanteile – doch der Schutz bleibt lückenhaft. Selbst mit Versicherungsschutz müssen Betroffene einen großen Teil der Pflegekosten selbst tragen.
Allein die Bundesregierung schuldet dem Fonds noch 5 Milliarden Euro für unbeglichene COVID-19-Ausgaben. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr rund 10 Milliarden Euro für Rentenbeiträge pflegender Angehöriger nicht erstattet wurden. Ohne diese Zahlungen wächst das finanzielle Loch im System weiter.
Auch die Bundesländer haben Investitionskosten in Pflegeheime nicht übernommen. Würden diese Kosten gedeckt, könnten die monatlichen Belastungen der Bewohner im Schnitt um etwa 500 Euro sinken. Gleichzeitig beläuft sich das voraussichtliche Defizit für die Jahre 2027 und 2028 mittlerweile auf 22,5 Milliarden Euro.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will bis Mitte Mai einen Gesetzentwurf zur Reform vorlegen. Ziel ist es, die Zukunft des Systems zu sichern und Pflege für Bedürftige bezahlbar zu halten.
Die Pflegeversicherung bleibt ein zentraler Baustein der sozialen Sicherung in Deutschland. Doch ohne dringende Kurskorrekturen ist ihr finanzielles Überleben gefährdet. Die Regierung muss die ausstehenden Schulden begleichen und die Kostenentwicklung in den Griff bekommen – sonst drohen weitere Belastungen für Versicherte und das System selbst.






