02 April 2026, 00:18

Pistorius wirft Trump vor, die NATO mit US-Politik geschwächt zu haben

Eine Karte, die die 73-jährige Erweiterung der Nordatlantikvertragsorganisation (NATO) von 1949 bis heute zeigt, mit farblich kodierten Regionen nach Jahren und informativem Text oben.

Pistorius wirft USA Schaden an der NATO vor - Pistorius wirft Trump vor, die NATO mit US-Politik geschwächt zu haben

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat den USA unter dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump vorgeworfen, die NATO geschwächt zu haben. Seine Äußerungen fielen während einer Diskussion über die transatlantischen Beziehungen und die Zukunft des Bündnisses. Pistorius argumentierte, dass jüngste Schritte der USA die Einheit des 30 Staaten umfassenden Blocks bedroht hätten.

Als zentrales Beispiel für die angespannten Beziehungen nannte Pistorius die territorialen Ansprüche der USA auf Grönland. Zwischen 2019 und Anfang 2026 hatte die Trump-Administration wiederholt auf volle Kontrolle gedrängt und dabei nationale Sicherheitsinteressen sowie die Verteidigung der Arktis angeführt. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos 2026 forderte Trump unverzügliche Verhandlungen mit der Begründung, nur die USA könnten die Insel wirksam schützen.

Zudem stellte Washington Dänemarks Souveränität über Grönland infrage, indem es fälschlicherweise behauptete, es gebe keine rechtlichen Belege für den dänischen Anspruch – obwohl der Kieler Frieden von 1814 und ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs von 1933 die Zugehörigkeit klar regeln. Trump verwies unterdessen auf die Rohstoffvorkommen Grönlands, schlug den Bau eines "Goldenen Dom"-Raketenschutzschilds vor und strebte eine Ausweitung US-amerikanischer Militärstützpunkte im Rahmen des Verteidigungsabkommens von 1951 an.

Pistorius kritisierte darüber hinaus den US-Kurs in der Ukraine-Frage. Einseitige Entscheidungen Washingtons untergrüben die gemeinsame Stärke der NATO, betonte er. In einer Welt mit aufstrebenden globalen Rivalen könne keine Macht – nicht einmal die USA – allein handeln. Vielmehr profitiere Amerika am meisten, wenn es mit seinen 30 Verbündeten zusammenarbeite.

Der Minister bestritt, dass die NATO allein den Interessen der USA dienen dürfe, und forderte, auch die europäischen Belange stärker zu berücksichtigen. Seine Aussagen spiegeln wachsende Sorgen über transatlantische Spannungen und die langfristige Stabilität des Bündnisses wider.

Pistorius' Worte unterstreichen die zunehmende Verunsicherung über die US-Politik unter Trump und deren Auswirkungen auf die NATO. Der Streit um Grönland und die Verhandlungen zur Ukraine haben die Befürchtungen genährt, das Bündnis könnte auseinanderbrechen. Vorerst bleibt die zentrale Frage, ob die Allianz angesichts sich verschiebender globaler Machtverhältnisse ihre Einheit wahren kann.

AKTUALISIERUNG

NATO Unity Tested at Munich Security Conference

New details reveal how Pistorius' criticism unfolded during a critical transatlantic dialogue. The German minister spoke at the Munich Security Conference on Saturday, directly linking US Arctic ambitions to NATO fractures. Concurrently, Denmark's PM Mette Frederiksen called for permanent NATO engagement in the Arctic, with Germany committing fighter jets and air refueling to the 'Arctic Sentry' mission. These developments highlight escalating tensions over Greenland's sovereignty and NATO's strategic response.