Preisschock an der Mailänder Scala: Proteste gegen 30-Prozent-Aufschlag bei Top-Plätzen
Stjepan HeinrichPreisschock an der Mailänder Scala: Proteste gegen 30-Prozent-Aufschlag bei Top-Plätzen
Preiserhöhungen an der Mailänder Scala sorgen für Empörung
Die Ticketpreise im Opernhaus La Scala in Mailand sind für einige Plätze stark gestiegen. Besonders verärgert zeigt sich das treue Publikum, vor allem die Stammgäste in den oberen Rängen. Während einer jüngsten Aufführung von Verdis Carmen kam es zu Protesten.
Betroffen von der Preiserhöhung sind 36 Premium-Plätze, deren Kosten von 800 auf 1.050 Euro stiegen – ein Anstieg von über 30 Prozent. Damit zählen diese Sitze zu den teuersten in Europa, übertroffen nur von denen beim Salzburger Festspiele. Die Theaterleitung begründet die Anpassung mit anstehenden Tarifverhandlungen und der Verlegung der hauseigenen Werkstätten.
Für die meisten Plätze fällt die Erhöhung jedoch moderat aus. Eine Galerie-Karte kostet in der Spielzeit 2025–26 beispielsweise 45,56 Euro und im Folgejahr 46,94 Euro – im Schnitt nur 1,48 Euro mehr. Intendant Fortunato Ortombina betonte, die Preise seien seit zehn Jahren unverändert geblieben und würden unter seiner Führung nicht weiter steigen.
Trotz eines Überschusses im Haushaltsplan wächst die Unzufriedenheit unter den „Loggionisti“, den leidenschaftlichen Dauergästen der oberen Ränge. Bei der Premiere von Carmen wurden von der Galerie aus Flugblätter gegen die Preissprünge geworfen. Die Scala-Leitung spielt die Kritik herunter und verweist darauf, dass nur ein kleiner Teil der Plätze betroffen sei.
Die Preisanpassung hat unter Opernbesuchern eine Debatte ausgelöst. Während die meisten Sitze nur leicht teurer werden, sorgt vor allem die deutliche Erhöhung bei den Spitzenplätzen für Kritik. Das Theater hält die Änderungen für eine einmalige Maßnahme, die durch betriebliche Erfordernisse bedingt sei.






