14 March 2026, 00:12

Rechtspopulistische Gewerkschaft Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einer Volkswagen-Vertretung mit Glaswänden auf dem Boden und hält eine Fahne mit Text, unter Deckenleuchten, scheinbar protestierend.

Arbeitskreis betritt erstmals einen VW-Betriebsrat - Rechtspopulistische Gewerkschaft Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Rechtspopulistisch geprägte Gewerkschaft zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein

Die Gewerkschaft Zentrum, die sich selbst als "alternative Gewerkschaft" bezeichnet und der rechtspopulistischen Szene zugeordnet wird, hat erstmals Sitze im Betriebsrat von Volkswagen erobert. Bei der Wahl am Standort Braunschweig sicherte sich die Gruppe zwei Mandate. Zudem gewann Zentrum neun Sitze im Mercedes-Benz-Werk Untertürkheim in Stuttgart.

Die dominierende Industriegewerkschaft IG Metall behielt in Braunschweig mit 78,5 Prozent der Stimmen eine klare Mehrheit. Das Ergebnis fällt in eine Phase, in der Zentrum seinen Einfluss in der deutschen Automobilbranche ausbaut.

Bei der Betriebsratswahl in Braunschweig entfielen von 35 zu vergebenden Sitzen 28 auf die IG Metall. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) erhielt fünf Mandate, während Zentrum die verbleibenden zwei Plätze gewann.

Mit 6,49 Prozent der Stimmen erreichte Zentrum erstmals eine Vertretung bei Volkswagen. Unternehmensnahe Kreise aus dem Gesamtbetriebsrat bestätigten, dass die Gruppe selbst mit weiteren Kandidaten keine zusätzlichen Sitze errungen hätte.

Die Organisation wurde 2009 als Zentrum Automobil im Mercedes-Werk Stuttgart-Untertürkheim gegründet und hat sich seitdem in Süd- und Ostdeutschland ausgebreitet. Ihr jüngster Erfolg bei Mercedes – dort holte sie 21 Prozent der Stimmen und neun Sitze – unterstreicht ihren wachsenden Einfluss in der Branche.

Daniela Nowak, Spitzenkandidatin der IG Metall in Braunschweig, wertete das Ergebnis trotz Herausforderungen als positiv. Die Mehrheit der Belegschaft stehe weiterhin hinter der traditionellen Tarifpolitik und gewerkschaftlichen Solidarität, betonte sie.

Die Aufmerksamkeit für Zentrum rührt auch von dessen mutmaßlichen Verbindungen zur rechtspopulistischen AfD her. Der Einzug in den VW-Betriebsrat markiert eine Verschiebung im politischen Spektrum der deutschen Automotive-Arbeiterschaft.

Die Wahl bestätigt die anhaltende Vorherrschaft der IG Metall im Volkswagen-Werk Braunschweig. Die beiden Sitze von Zentrum stellen jedoch eine neue Entwicklung in der Interessenvertretung der Belegschaft dar.

Die Ergebnisse spiegeln einen breiteren Wandel in den Präferenzen der Beschäftigten wider: Die Gruppe ist nun in zwei großen Automobilkonzernen vertreten. Zum ersten Mal werden im VW-Betriebsrat auch Vertreter von Zentrum einen Platz haben.

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