17 April 2026, 08:10

Sicherheitsgefühl in Großbritannien: Warum wir uns oft am falschen Ort fürchten

Eine dunkelthematische Karte der Vereinigten Staaten, die den prozentualen Anteil an Gewaltverbrechen pro 100.000 Einwohner in jedem Bundesstaat anzeigt, mit zusätzlichen Datendetails unten.

Sicherheitsgefühl in Großbritannien: Warum wir uns oft am falschen Ort fürchten

Die meisten Menschen im Vereinigten Königreich fühlen sich in ihren Häusern und Nachbarschaften sicher – über 90 % zeigen sich zuversichtlich, was ihre persönliche Sicherheit angeht. Doch neue Daten offenbaren, dass das Sicherheitsgefühl je nach Tageszeit, Ort und individuellen Lebensumständen stark variiert.

Die Erkenntnisse verdeutlichen zudem eine Diskrepanz zwischen den Orten, an denen sich Menschen bedroht fühlen, und den Schauplätzen, an denen tatsächlich die meisten Straftaten verübt werden. Kriminalität bleibt in Städten häufiger als auf dem Land. Ballungsräume bieten mehr Gelegenheiten für Straftaten, während der Zusammenhalt in ländlichen Gemeinschaften kriminelles Verhalten oft hemmt.

Öffentliche Räume lösen nachts die größten Ängste aus, besonders wenn man allein unterwegs ist. Diese Furcht ist in schlecht beleuchteten oder vernachlässigten Gegenden – sogenannten "Angsträumen" – am stärksten ausgeprägt. Doch diese Orte decken sich nicht immer mit den Brennpunkten tatsächlicher Kriminalität.

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Bahnhöfe bilden hier eine Ausnahme: Hier stimmen hohe Angstwerte mit realen Kriminalitätsraten überein. Die Kombination aus Gedränge, leichteren Diebstahlsmöglichkeiten für Taschendiebe und sichtbarer Polizeipräsenz trägt zu dieser Übereinstimmung bei.

Offizielle Statistiken zeigen, dass fast 30 % der Gewaltverbrechen im Jahr 2024 an öffentlichen Orten verübt wurden. Ein beträchtlicher Teil schwerer Straftaten – darunter 71 % der Fälle von sexualisierter Gewalt und Vergewaltigung – ereignete sich jedoch in privaten Haushalten. Auch 20 % der Körperverletzungen mit nicht tödlichem Ausgang fanden im Wohnumfeld der Opfer statt.

Demografische Faktoren spielen sowohl bei der Begehung von Straftaten als auch beim Sicherheitsempfinden eine Rolle. Junge Männer tauchen in der Kriminalstatistik am häufigsten als Täter auf. Frauen, ältere Menschen und Bewohner benachteiligter Stadtviertel äußern dagegen überdurchschnittlich oft Sorgen um ihre persönliche Sicherheit.

Die Daten unterstreichen die Kluft zwischen wahrgenommenen und tatsächlichen Kriminalitätsrisiken. Zwar sind private Haushalte die häufigsten Tatorte für schwere Straftaten, doch bleiben öffentliche Räume – insbesondere nachts – die Hauptquelle der Angst.

Ein besseres Verständnis dieser Unterschiede könnte den Behörden helfen, sowohl die Kriminalprävention als auch Maßnahmen zur Beruhigung der Bevölkerung gezielter umzusetzen.

Quelle