Solingen braucht radikalen Masterplan gegen den Innenstadt-Niedergang
Beatrix FiebigSolingen braucht radikalen Masterplan gegen den Innenstadt-Niedergang
Solingens Innenstadt steht vor ernsten Herausforderungen. Leerstehende Läden, ein begrenztes Warenangebot, wenige Gastronomiemöglichkeiten und soziale Probleme haben die Stadt über Jahre hinweg belastet. Der Niedergang ist auf übergeordnete Entwicklungen zurückzuführen – etwa die Verlagerung von Dienstleistungen in größere Städte und den Aufstieg des Online-Handels.
Die Probleme der Stadt haben sich schleichend verschärft. Viele Ursachen, wie die Abwanderung der Industrie und die Dominanz von Discount-Einzelhändlern, liegen außerhalb des lokalen Einflussbereichs. Bisher setzten Politiker auf Einzelprojekte und Fachkonzepte, doch ein übergreifender Plan fehlt.
Walsken plädiert für einen radikalen Kurswechsel. Statt isolierter Maßnahmen fordert er einen umfassenden Masterplan für den gesamten Rings um das Zentrum. Dieser soll Stadtplanung, soziale Belange, Kultur, Klima, Verkehr und Gemeinschaftsbildung vereinen. Besonders wichtig sei ihm, die Bevölkerung und externe Experten in den Prozess einzubinden.
Auch Schlüsselbereiche außerhalb der Innenstadt – wie die Mangenberger Straße oder das Werwolf-Viertel – müssen Teil der Lösung sein. Walsken schlägt konkrete Schritte vor, um eine moderne, mobile und gut verdienende Bevölkerung anzuziehen: engere Kooperationen zwischen der Glasernen Werkstatt und Start-ups, mehr Studentenwohnheime, dezentrale Gesundheitsversorgung und digitale Beratungsangebote.
Nur eine langfristige, stadtweite Strategie kann den Abwärtstrend umkehren. Der Erfolg hängt davon ab, Stadtplanung, Sozialwesen und Wirtschaftsförderung verzahnt anzugehen. Ohne diesen ganzheitlichen Ansatz droht der Niedergang der Innenstadt weiterzugehen.
