UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – und löst Kursfeuerwerk aus
Beatrix FiebigUniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – und löst Kursfeuerwerk aus
35-Milliarden-Übernahmeangebot für Commerzbank durch UniCredit lässt deutsche Märkte am Montag aufhorchen
Ein Übernahmeangebot der UniCredit über 35 Milliarden Euro für die Commerzbank sorgte am Montag für Aufsehen an den deutschen Börsen. Das als Aktientausch strukturierte Angebot trieb den Kurs der Commerzbank um fast 10 % nach oben. Anleger beobachten nun gespannt, wie sich die politischen und unternehmerischen Reaktionen entwickeln.
UniCredits formelles Angebot sieht vor, für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Anteile zu tauschen, was einem Wert von 30,80 Euro pro Aktie entspricht. Analysten werten den Schritt als strategischen Vorstoß des UniCredit-Chefs Andrea Orcel, um Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp zu Verhandlungen zu zwingen. Doch bereits formiert sich Widerstand: Die deutsche Regierung, die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat der Commerzbank lehnen die Übernahme ab.
Die Ankündigung des Angebots bescherte der Commerzbank den höchsten Tagesgewinn seit über einem Jahr und belebte den Gesamtmarkt. Dennoch bleibt der DAX unter Druck, notiert unter seinem 50-Tage-Durchschnitt und pendelt nahe einer kritischen Unterstützungsmarke von 22.900 Punkten. Für eine nachhaltige technische Erholung müsste der Index laut Analysten die Marke von 24.000 Punkten zurückerobern.
Während Bayer und Siemens Energy mit Kursgewinnen glänzten, belasteten Verluste bei zyklischen Werten und Reiseunternehmen die Stimmung. Steigende Ölpreise drückten auf die Aktien von Lufthansa, TUI und Beiersdorf. Das formelle Übernahmeangebot der UniCredit wird für Mai erwartet – bis dahin bleiben Anleger in Wartestellung.
Der Marktwert der Commerzbank hatte vor dem Angebot geschwankt und lag zuletzt zwischen 33 und 39 Milliarden Euro. Zwar verzeichnete die Aktie im Jahresverlauf Zuwächse von bis zu 74,68 %, doch kurzfristige Rückgänge – etwa ein Minus von 7,12 % innerhalb eines Monats – unterstrichen die Volatilität, bevor UniCredits Vorschlag den Kurs sprungartig antrieb.
Das Angebot ebnet den Weg für einen hochbrisanten unternehmerischen und politischen Machtkampf. Der Kursprung der Commerzbank spiegelt zwar Investorenoptimismus wider, doch der Widerstand wichtiger Stakeholder könnte die Transaktion erschweren. Nun richtet sich der Fokus der Märkte darauf, ob der DAX seine Unterstützungsniveaus halten kann – während man auf das formelle Angebot der UniCredit im nächsten Monat wartet.