Villeroy & Boch mit leichtem Umsatzplus – doch 2026 wird zum Krisenjahr
Heinz-Walter Koch IIIran-Krieg trübt Ausblick für Villeroy & Boch - Villeroy & Boch mit leichtem Umsatzplus – doch 2026 wird zum Krisenjahr
Villeroy & Boch verzeichnet leichten Umsatzanstieg für 2025 – doch das kommende Jahr wird zur Bewährungsprobe
Der Keramikhersteller Villeroy & Boch hat für das Jahr 2025 ein moderates Umsatzplus gemeldet, steht nun jedoch vor einem herausfordernden Jahr. Die Erlöse stiegen um 1,8 Prozent auf rund 1,45 Milliarden Euro, doch die eskalierenden geopolitischen Spannungen am Golf zwingen das Unternehmen, seine Finanzprognose für 2026 nach unten zu korrigieren. Die Führungsetage warnt vor einem Rückgang des Umsatzes um mittlere bis hohe einstellige Prozentpunkte im nächsten Jahr.
Im Jahr 2025 erzielte Villeroy & Boch einen Nettogewinn von 14,7 Millionen Euro – mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts von 6,6 Millionen Euro. Zudem investierte das Unternehmen 45,8 Millionen Euro in Modernisierungsmaßnahmen, darunter ein neues Lagersystem am Standort Merzig und fortschrittliche Brenntechnik in Torgau. Für 2026 sind weitere Investitionen in Höhe von bis zu 50 Millionen Euro geplant, während gleichzeitig die Produktionsoptimierung vorangetrieben wird. Hierzu gehört auch die Vorbereitung der Schließung des Werks in Roeselare, Belgien.
Doch der verschärfte Konflikt am Golf belastet die Geschäfte schwer. Seit Ende Februar 2026 haben iranische Angriffe auf Energieinfrastrukturen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen Golfstaaten zu Produktionsstillständen, zivilen Opfern und wirtschaftlichem Chaos geführt. Die Ölpreise schnellen von 72 auf über 82 Dollar pro Barrel, während Gaspreise die Marke von 50 Euro pro Megawattstunde überschreiten. Villeroy & Boch, das zuvor noch Umsätze in Israel und der Golfregion erzielte, verzeichnet in diesen Märkten nun keine Verkäufe mehr. Für April werden lediglich 30 Prozent des Vorjahresniveaus erwartet.
Infolgedessen hat das Unternehmen seine Prognosen für 2026 deutlich nach unten angepasst. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird nun auf 75 bis 85 Millionen Euro taxiert – ein Rückgang gegenüber den 97,8 Millionen Euro im Jahr 2025. Der anhaltende Krieg, der nach iranischen Drohnen- und Raketenangriffen als Vergeltung für US-israelische Militäroperationen eskalierte, hat zudem Handelsrouten und regionale Partnerschaften weiter destabilisiert.
Die kombinierten Auswirkungen geopolitischer Instabilität und nachlassender Nachfrage in Schlüsselmärkten werden die Ertragslage von Villeroy & Boch 2026 voraussichtlich belasten. Mit sinkendem bereinigtem EBIT und schrumpfenden Umsätzen hängt die finanzielle Performance des Unternehmens maßgeblich davon ab, wie schnell sich die regionalen Spannungen entspannen. Zwar bleiben Investitionen in Modernisierung und Produktionseffizienz Priorität, doch steht derzeit die Bewältigung der Folgen des Golfkonflikts im Mittelpunkt.






