07 May 2026, 14:12

Wie ein Theaterabend zur skurrilen Angsttherapie wurde

Plakat für das Théâtre de la Ville in Paris mit einem Skelett mit ausgestreckten Armen, umgeben von aufgeregten Menschen, mit der Aufschrift "Bargeon Illusionist und Anti-Spiritualist."

Wie ein Theaterabend zur skurrilen Angsttherapie wurde

Ein jüngster Theaterbesuch entwickelte sich zu einer unerwarteten Übung in Desensibilisierungstherapie. Was als ein Abend mit einem mutigen neuen Stück begann, artete schnell in ein Spiel des Konfrontierens mit Ängsten aus – manche skurriler als andere. Selbst eine Vorführung von „Frühling für Hitler“ diente am Ende als eine Art Erholung.

Der Abend startete mit einem visuell beeindruckenden Stück über Apokalypse, Durchhaltevermögen und Gemeinschaft. Der Hauptdarsteller, bekannt dafür, nackt aufzutreten und gelegentlich aus der Rolle zu fallen, löste starke Reaktionen aus. Irgendwann rief ein einzelner Zuschauer wütend ein „Buh!“ von dem Platz neben mir. Doch am Ende brandete begeisterter Applaus auf.

Noch vor der Vorstellung hatten Freunde gefragt, ob ich die neueste Produktion in einem anderen großen Berliner Theater gesehen hätte. Doch die eigentliche Herausforderung kam später. Ein Freund schlug vor, es mit Desensibilisierungstherapie zu versuchen, um meine Ängste zu bewältigen. Wir machten ein Spiel daraus, beginnend mit der Aufgabe: „Besuche jede Aufführung des nackten Schauspielers.“ Die Dinge eskalierten schnell.

Als wir bei dem hypothetischen Szenario ankamen – „Mache eine Kreuzfahrt mit Pflichtbesuch der Abendshow Heino trifft Rammstein – musste ich innehalten. Die Absurdität wurde zu viel. Zur Erholung schauten wir „Frühling für Hitler“, einen Klassiker, der irgendwie zur chaotischen Energie des Abends passte.

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Irgendwann stellte ich mir ein Sensibilisierungsprogramm gegen Anhänger rassistischer Überlegenheit und Zwangsassimilation vor, finanziert durch Klassiker des Kinos. Die Idee wirkte fast so surreal wie der Abend selbst.

Das Experiment verwischte die Grenzen zwischen Therapie, Theater und schierem Wahnsinn. Der provokative Stil des Stücks und die unkonventionelle Darstellung des Schauspielers hinterließen einen bleibenden Eindruck. Gleichzeitig zeigte das Desensibilisierungsspiel, wie weit ein Abend der Angstkonfrontation führen kann – selbst wenn er mit einem satirischen Film und einem Gefühl der Erleichterung endete.

Quelle