Wim Wenders zieht Falsche Bewegung nach Nastassja Kinskis Protest zurück
Caren PaffrathWim Wenders zieht Falsche Bewegung nach Nastassja Kinskis Protest zurück
Eine langjährige Debatte über eine umstrittene Szene in Wim Wenders’ Film Falsche Bewegung aus dem Jahr 1975 hat nun endlich eine Lösung gefunden. Nastassja Kinski, die in dem Film mit 13 Jahren halb nackt zu sehen war, hatte jahrelang für deren Entfernung gekämpft. Die Diskussion flammte in diesem Jahr erneut auf, als der Film im Rahmen einer Wenders-Retrospektive in Frankfurt gezeigt wurde.
Die Kontroverse gewann im März 2023 an Fahrt, nachdem Falsche Bewegung im Frankfurter Filmmuseum aufgeführt worden war. Kinskis beharrliche Forderungen, die Szene zu stürzen, waren zuvor ignoriert worden. Ihre Kampagne, ihr jüngeres Ich zu schützen, traf während der öffentlichen Debatte auf breite Resonanz.
Wenders hatte sich zunächst geweigert, den Film zu ändern. In seiner Dankesrede bei den Deutschen Filmpreisen verteidigte er die künstlerische Integrität des Werks – was die Kritik weiter anheizte. Die Diskussion zog auch Vergleiche zu anderen Kinderdarstellern nach sich, etwa Jodie Foster, die ihre Rolle in Taxi Driver mit 12 Jahren später gelassen kommentierte, oder Brooke Shields, die ihr Mitwirken in Pretty Baby rückblickend als unangenehm empfand.
Nach wachsendem Druck entschuldigte sich Wenders schließlich bei Kinski. Daraufhin zog er Falsche Bewegung komplett aus dem Verleih zurück. Der Fall hat eine grundsätzliche Debatte darüber ausgelöst, ob ältere Werke, die heute als inakzeptabel gelten, nachträglich bearbeitet oder eingeschränkt werden sollten. Während einige der Meinung sind, Filme müssten sich an moderne Standards anpassen, plädieren andere für den Erhalt der ursprünglichen Vision. Durch Wenders’ Kurswechsel wird die umstrittene Szene künftig nicht mehr öffentlich zugänglich sein.






