26 April 2026, 12:14

"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch zeigt die unbekannte Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland

Alte detaillierte Karte von Schweidnitz, Deutschland, zeigt Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit begleitendem Text über die Bevölkerung, Geschichte und Kultur der Stadt.

"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch zeigt die unbekannte Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland

Ein neues Buch bietet einen seltenen Einblick in die vielfältigen Lebensrealitäten jüdischer Menschen in Deutschland. "Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" versammelt Interviews mit acht Personen, die ihre ganz persönlichen Erfahrungen teilen. Die Sammlung will über die begrenzten Perspektiven hinausgehen, unter denen jüdische Stimmen in der öffentlichen Debatte meist wahrgenommen werden.

Das Buch wurde gemeinsam verfasst von Joshua Schultheis, Politikredakteur bei der "Jüdischen Allgemeinen", und Mascha Malburg, einer Forscherin mit Hintergrund in Politikwissenschaft und Soziologie. Malburgs akademische Arbeit konzentrierte sich auf Hannah Arendts Revolutionstheorie und bringt damit eine reflektierte Perspektive in das Projekt ein. Gemeinsam sprachen sie mit Jüdinnen und Juden aus unterschiedlichen Hintergründen – darunter Zuwanderer aus der Ukraine oder Russland sowie Menschen, deren Familien seit Generationen in Deutschland leben.

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Zu Wort kommen aschkenasische und sephardisch-mizrachische Jüdinnen und Juden, queere Personen und solche mit väterlicherseits jüdischer Abstammung. Einige der Gesprächsteilnehmenden zogen von Städten wie New York oder Tel Aviv nach Berlin, andere sind im Osten Deutschlands verwurzelt und setzen sich gegen den Einfluss der extremen Rechten zur Wehr. Dinah Riese, Leiterin des Inlandsressorts der "Jüdischen Allgemeinen", moderierte die Gespräche.

Die öffentliche Aufmerksamkeit richtet sich auf Jüdinnen und Juden oft nur an Gedenktagen für die NS-Verbrechen oder bei Eskalationen im Nahen Osten. Die Autor:innen argumentieren, dass dieser eingeschränkte Blick die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland heute verkennt. Der im Hentrich & Hentrich Verlag erschienene Band stellt Stereotype infrage, indem er jüdischen Stimmen selbst Raum gibt. Er behandelt persönliche Geschichten, kulturelle Identitäten und politische Themen, die selten in der breiten Debatte vorkommen. Die Interviews zeichnen ein umfassenderes und realistischeres Bild davon, was es heute bedeutet, in Deutschland jüdisch zu sein.

Quelle