Brandenburg revolutioniert Professorenberufungen mit neuem Schnellverfahren
Stjepan HeinrichBrandenburg revolutioniert Professorenberufungen mit neuem Schnellverfahren
Brandenburg beschleunigt Berufungen von Professoren mit neuem Gesetz
Brandenburg hat ein neues Gesetz verabschiedet, um die Berufung von Professoren an seinen Hochschulen zu beschleunigen. Die Reform soll die Einstellungsverfahren vereinfachen und modernisieren. Mit den neuen Regelungen erhalten die Hochschulen die schnellsten Berufungsbefugnisse Deutschlands.
Das Gesetz ermöglicht es den Universitäten, in Ausnahmefällen Professoren ohne öffentliche Ausschreibungen zu berufen oder zu befördern – und zwar auf Dauer. Ziel ist es, die durchschnittliche Berufungsdauer von bisher ein bis zwei Jahren auf sechs bis zwölf Monate zu verkürzen.
Studierendenvertretungen und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatten zuvor Bedenken geäußert. Sie warnten, dass private Finanzierungen den Dekanen zu viel Einfluss auf die Berufungsverfahren geben könnten. Bei der Abstimmung enthielt sich die AfD-Fraktion, während die BSW-Fraktion das Gesetz komplett ablehnte.
Die BSW-Abgeordnete Jenny Meyer kritisierte, das Gesetz verleihe Sonderrechte. Sie argumentierte, dies könnte auch auf andere Großinvestoren wie Bill Gates oder Elon Musk ausgeweitet werden. Die AfD hatte zudem vorgeschlagen, dass Partnerschaften der Fakultäten mit externen Geldgebern der Zustimmung des Landtags bedürfen – dieser Vorschlag fand jedoch keine Mehrheit.
Das neue System wird zudem die Qualifikationen der Bewerberinnen und Bewerber bei der Auswahl stärker gewichten. Der SAP-Mitgründer Hasso Plattner plant, das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam über seine Stiftung auszubauen und einen neuen Campus zu errichten.
Das Gesetz verleiht den brandenburgischen Hochschulen beispiellose Beschleunigung bei Professorenberufungen und festigt ihre Möglichkeit, Ausnahmeberufungen intern zu regeln. Beobachter weisen darauf hin, dass diese Veränderung Einfluss darauf haben könnte, wie private Finanzierungen die akademische Selbstverwaltung in der Region prägen.






