Chinesische E-Autos boomen dank neuer Förderprämie – deutsche Hersteller fehlen im Budgetsegment
Stjepan HeinrichChinesische E-Autos boomen dank neuer Förderprämie – deutsche Hersteller fehlen im Budgetsegment
Die neue staatliche Förderprämie für Elektroautos in Deutschland treibt die Verkäufe günstiger chinesischer Modelle voran. Autohäuser verzeichnen einen deutlichen Anstieg bei E-Autos im Preissegment zwischen 20.000 und 30.000 Euro – doch deutsche Hersteller bieten in dieser Kategorie weiterhin keine Fahrzeuge an.
Im Mai verdoppelten sich bei den Autohäusern von Burkhard Weller die Verkäufe preiswerter chinesischer Elektrofahrzeuge nahezu. Weller, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), betonte, dass die meisten Käufer die Förderung für diese Modelle nutzten. Das Programm gilt für neu zugelassene Elektroautos ab dem 1. Januar 2026 und sieht je nach Modell und individueller Situation Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro vor. Der Gesamtetat der Förderung beläuft sich auf 3,5 Milliarden Euro.
Weller kritisierte die Lobeshymnen von Umweltminister Carsten Schneider für das Programm. Seiner Ansicht nach habe es vor allem bereits geplante Käufe vorgezogen, statt neue Käufer für E-Autos zu gewinnen. Um die Nachfrage weiter zu steigern, forderte Weller, die Förderung auf Gebrauchtwagen auszuweiten. Zudem mahnte er mehr Ladesäulen, niedrigere Strompreise und transparente Preise an den Ladestationen an. Sein Vorschlag sieht vor, Ladesäulen wie Mobilfunk-Roaming zu behandeln – mit einem einheitlichen Preis bundesweit.
Derzeit profitieren vor allem ausländische Hersteller, insbesondere aus China, von der Förderung. Deutsche Automobilkonzerne sind im Segment zwischen 20.000 und 30.000 Euro noch nicht vertreten. Händler und Branchenvertreter drängen weiterhin auf umfassendere Maßnahmen, um den Umstieg auf Elektroautos zu beschleunigen.






