Deutschlands Schienennetz am Limit: Warum Verspätungen und Sperrungen zum Alltag werden
Caren PaffrathDB-Chefin Palla bittet Fahrgäste um Geduld bei Gleisrenovierungen - Deutschlands Schienennetz am Limit: Warum Verspätungen und Sperrungen zum Alltag werden
Deutschlands Schienennetz kämpft mit massiven Verspätungen – jahrzehntelange Unterfinanzierung zeigt Wirkung
Die Strecke Hamburg–Berlin, die seit August gesperrt ist, soll Mitte Juni endlich wieder in Betrieb gehen – Wochen später als ursprünglich geplant. Deutsche-Bahn-Chefin Evelyn Palla bittet die Fahrgäste um Geduld, während dringende Reparaturarbeiten andauern.
Die aktuellen Probleme gehen auf Investitionsentscheidungen vor 10 bis 15 Jahren zurück. Jahre der Unterfinanzierung haben das Netz in einen desolaten Zustand versetzt und zwingen zu wiederholten Streckensperrungen. Laut dem Masterplan der Deutschen Bahn sind derzeit 278 Kilometer Gleise für Sanierungsarbeiten komplett gesperrt oder stark eingeschränkt.
Die Modernisierungsprojekte laufen unter Hochdruck, viele Aufwertungen lassen sich nicht weiter verschieben. Bisher konnte das Unternehmen Störungen lediglich um etwa 50 Prozent reduzieren. Palla betont, dass grundlegende Sanierungen unverzichtbar seien – jedes Projekt liefere dabei wertvolle Erkenntnisse für künftige Verbesserungen.
Zwar sind die Investitionen in die Schieneninfrastruktur in den letzten Jahren deutlich gestiegen, doch werden die Effekte erst mit Verzögerung spürbar. Eine bessere Pünktlichkeit ist in Aussicht, doch bis das Netz vollständig wiederhergestellt ist, könnte es noch ein weiteres Jahrzehnt dauern.
Die Verbindung Hamburg–Berlin soll Mitte Juni – wenn auch verspätet – wieder eröffnet werden. Die Deutsche Bahn warnt jedoch, dass sich die vollständige Erholung des Netzes trotz erhöhter Mittel nur langsam vollziehen wird. Fahrgäste müssen sich weiterhin auf Einschränkungen einstellen, solange die Arbeiten andauern.






