22 March 2026, 16:11

Energiearmut trifft Geringverdiener: Caritas fordert Heizungs-Revolution für Mieter

Hohes Wohnhaus mit zahlreichen Fenstern, Balkonen, Geländern und Klimaanlagen, umgeben von dichter Vegetation.

Energiearmut trifft Geringverdiener: Caritas fordert Heizungs-Revolution für Mieter

Steigende Energiekosten treffen einkommensschwache Haushalte besonders hart – das geht aus dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht Deutschlands hervor. Familien mit einem Monatseinkommen unter 1.300 Euro geben demnach mittlerweile zehn Prozent ihres Budgets allein für Heizenergie aus. Wohlhabendere Haushalte mit mehr als 5.000 Euro monatlich belasten dieselben Ausgaben dagegen deutlich weniger: Sie wenden weniger als fünf Prozent dafür auf.

Die Caritas fordert nun entschlossenere Maßnahmen, um Mieter zu entlasten und den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme zu beschleunigen.

Die Präsidentin des Wohlfahrtsverbands, Eva Welskop-Deffaa, plädiert für eine gesetzliche Verpflichtung zu klimaneutralen Heizungen in Mietwohnungen. Dies würde ihrer Meinung nach langfristig die Kosten für Mieter stabilisieren und gleichzeitig die Abhängigkeit von den schwankenden Ölpreisen verringern. Aktuell gibt es keine genauen Zahlen, wie viele Mietwohnungen bereits nachhaltige Heizsysteme nutzen. Allerdings schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schrittweise vor, dass neue Heizanlagen einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien nutzen müssen.

Nach geltendem Recht dürfen Vermieter bis zu acht Prozent der Modernisierungskosten auf die Mieter umlegen – begrenzt auf drei Euro pro Quadratmeter und Monat über einen Zeitraum von sechs Jahren. Die Caritas hält diese Regelungen für unzureichend. Die Organisation setzt sich zudem für einen Ausbau der Energieberatung sowie Reformen bei den Sozialleistungen ein, um bedürftige Haushalte besser zu unterstützen.

Ziel der vorgeschlagenen Änderungen ist es, die finanzielle Belastung für Mieter zu verringern und gleichzeitig Deutschlands Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu beschleunigen. Bisher fehlen jedoch konkrete Landesgesetze, die Sanierungen vorschreiben – viele Mieter bleiben damit steigenden Preisen schutzlos ausgesetzt, ohne kurzfristige Entlastung.

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Der Appell für verbindliche Vorgaben zu klimafreundlichen Heizungen kommt zu einer Zeit, in der die Energiekosten weiter steigen. Würden die Reformen umgesetzt, könnten sie die Nebenkosten für einkommensschwache Mieter senken und Deutschlands Abhängigkeit von Ölimporten verringern. Die Caritas warnt: Ohne politische Gegenmaßnahmen werde sich die Kluft zwischen wohlhabenden und benachteiligten Haushalten weiter vertiefen.

Quelle