27 March 2026, 08:12

Florentina Holzingers Sancta polarisiert erneut an der Staatsoper Stuttgart

Plakat für das Théâtre de l'Opéra in Paris mit einer Frau in einem weißen Kleid mit einem blauen Schultertuch, ihre Haare zu einem Dutt gebunden, vor einem tiefblauen Nachthimmel mit Sternen und schwarzer Schrift, die 'Theater der Oper' lautet.

Florentina Holzingers Sancta polarisiert erneut an der Staatsoper Stuttgart

Florentina Holzingers umstrittenes Musiktheater Sancta kehrt an die Staatsoper Stuttgart zurück

Die Inszenierung, die extreme Bilder mit religiöser Kritik verbindet, hat bereits bei der Premiere heftige Reaktionen ausgelöst – darunter mehrere Einsätze des Rettungsdienstes während der Vorstellung.

Marit Strindlund, die schwedische Dirigentin des Stücks, bezeichnet es als eine völlig neue Form der Bühnenkunst, die sowohl für Künstler als auch für das Publikum Grenzen sprengt. Sancta nimmt Bezug auf Paul Hindemiths Sancta Susanna, eine 1922 uraufgeführte Oper, die einst wegen angeblicher Gotteslästerung verboten wurde. Holzingers Neuinterpretation dreht traditionelle christliche Erzählungen um, indem sie Frauen radikal und konfrontativ in den Mittelpunkt stellt. Die Aufführung setzt auf Nacktheit, inszenierte Verletzungen und Körperaufhängungen – direkte Anspielungen auf die Wunden Christi und das Thema Erlösung.

Doch die Provokation des Werks beschränkt sich nicht auf seine visuellen Elemente. Strindlund räumt ein, dass das Stück anspruchsvoll sei, für die beteiligten Musiker aber zugleich tiefgreifend fesselnd. Holzinger selbst versteht Sancta als Plattform, um zu informieren, Debatten anzustoßen und gesellschaftliche Normen durch Kunst herauszufordern.

Trotz seiner Intensität stößt das Stück auf großes Interesse: Während die Vorstellungen im Oktober noch Tickets verfügbar haben, sind die November-Termine bereits ausverkauft. Das Publikum wird gewarnt – das Erlebnis ist alles andere als konventionell und verbindet operntypische Tradition mit radikaler Performance-Kunst.

Die Wiederaufnahme von Sancta an der Staatsoper Stuttgart unterstreicht seinen Status als polarisierendes, doch bedeutendes Werk. Mit seiner Mischung aus religiöser Kritik, extremer Körperlichkeit und kompromissloser Vision lotet die Produktion weiterhin aus, was Oper sein kann.

Wer die Vorstellung besucht, darf sich auf ein Erlebnis gefasst machen, das alle Erwartungen sprengt – und das bereits jetzt seine Spuren auf der Bühne wie beim Publikum hinterlässt.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle