Deutsche Bahn reagiert mit Körperkameras und strengeren Kontrollen auf Gewaltwelle gegen Zugpersonal
Stjepan HeinrichDeutsche Bahn reagiert mit Körperkameras und strengeren Kontrollen auf Gewaltwelle gegen Zugpersonal
Deutsche Bahn führt neue Sicherheitsmaßnahmen nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter ein
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar 2024 hat die Deutsche Bahn neue Sicherheitsvorkehrungen eingeführt. Dazu gehören Körperkameras für das Personal sowie verschärfte Identitätskontrollen. Die Maßnahmen folgen wachsenden Sorgen über Gewalt gegen Eisenbahnmitarbeiter:innen.
Verkehrsminister:innen und Gewerkschaften reagierten mit gemischten Forderungen – darunter strengere Waffenverbote und die Forderung nach zweiköpfigen Teams in Zügen.
Der tödliche Vorfall in Kaiserslautern im vergangenen Jahr hatte eine dringende Debatte über die Sicherheit des Personals ausgelöst. Seither bleibt die Zahl der Übergriffe auf Bahnmitarbeiter:innen hoch: Jährlich werden über 3.000 Vorfälle registriert. Eine genaue Statistik zu Angriffen seit dem Februar 2024 liegt jedoch nicht vor.
Zu den neuesten Schritten der Deutschen Bahn zählen Körperkameras für Kundenservice-Teams und überarbeitete Regeln zur Identitätsprüfung. Die Verkehrsministerkonferenz unterstützte diese Änderungen, lehnte jedoch verbindliche Zweier-Teams ab – eine zentrale Forderung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). deren Vorsitzender Martin Burkert warnte, die Gewalt gegen Beschäftigte an vorderster Front nehme weiter zu.
Unterdessen sprach sich die Ministerkonferenz für ein bundesweites Verbot von Waffen und Messern im Personenverkehr aus. Uniforme Personalvorgaben lehnten sie jedoch ab und überließen die Besetzung der Züge den einzelnen Betreibern. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder plant, die Wirksamkeit der neuen Maßnahmen bis Ende April zu bewerten.
Parallel laufen Gespräche über eine verbesserte Videoüberwachung an Bahnhöfen, konkrete Beschlüsse stehen jedoch noch aus.
Die neuen Sicherheitsvorkehrungen sollen die Risiken für Bahnmitarbeiter:innen verringern. Doch über die Besetzung der Züge und Waffenverbote bleibt man uneins. Die für April geplante Überprüfung durch die Regierung wird zeigen, ob weitere Schritte nötig sind. Vorerst bilden Körperkameras und strengere Kontrollen den Kern der Reaktion der Deutschen Bahn.






