Fracking als Chance für Deutschlands Gasversorgung – doch lohnt es sich wirklich?
Stjepan HeinrichFracking als Chance für Deutschlands Gasversorgung – doch lohnt es sich wirklich?
Fracking könnte Deutschlands langfristige Gasversorgung stärken
Experten schätzen, dass die jährliche Gasförderung durch Fracking bis 2025 zwischen 5 und 10 Milliarden Kubikmeter erreichen könnte. Diese Menge würde etwa 6 bis 12 Prozent des voraussichtlichen deutschen Gasbedarfs in diesem Jahr decken.
Deutschland verfügt über beträchtliche Schiefergasvorkommen, doch deren Erschließung wäre mit großem Aufwand verbunden. Ein wirtschaftlich tragfähiger Fracking-Sektor würde Hunderte von Bohrungen und mehrere Jahre Arbeit erfordern. Selbst dann hätte das zusätzlich geförderte Gas nur einen bescheidenen globalen Einfluss und würde die Weltmarktpreise kaum beeinflussen.
Bei strikter Einhaltung von Umweltschutzauflagen ließen sich die Risiken gering halten. Dennoch bleibt die wirtschaftliche Rentabilität von Fracking in Deutschland ohne Subventionen ungewiss. Um Probebohrungen zu ermöglichen, müsste das aktuelle Fracking-Verbot aufgehoben werden – ein Schritt, der auf starken öffentlichen Widerstand stoßen könnte.
Fachleute sind sich einig, dass Fracking weder kurzfristige Gasengpässe beheben noch spürbare Preissenkungen bewirken würde. Die Vorteile lägen vielmehr in einer langfristigen Versorgungssicherheit, nicht in einer sofortigen Entlastung.
Bis 2025 könnte Fracking einen spürbaren Anteil am deutschen Gasverbrauch ausmachen. Voraussetzung dafür sind jedoch regulatorische Anpassungen, gesellschaftliche Akzeptanz und eine nachgewiesene wirtschaftliche Machbarkeit. Ohne diese Faktoren könnten die Schiefergasreserven ungenutzt bleiben.






