Ilse Aigner als Bundespräsidentin? Söders Vorschlag spaltet die Union
Caren PaffrathIlse Aigner als Bundespräsidentin? Söders Vorschlag spaltet die Union
Ein überraschender Vorschlag aus München hat innerhalb der deutschen Unionsparteien eine Debatte über den nächsten Bundespräsidenten ausgelöst. Markus Söder, Vorsitzender der CSU, brachte Ilse Aigner als mögliche Kandidatin für das Schloss Bellevue ins Spiel. Der Vorstoß überraschte die CDU-Spitze und löste eine breitere Diskussion darüber aus, wer Frank-Walter Steinmeier 2027 nachfolgen soll.
Ilse Aigner amtiert derzeit als Präsidentin des bayerischen Landtags und war zuvor Bundeslandwirtschaftsministerin. Sepp Müller, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Unionsfraktion, bezeichnete sie als integrative Persönlichkeit mit starkem Bürgerbezug. Seine Unterstützung folgte auf Söders Ankündigung und unterstrich damit die Chancen einer möglichen Kandidatur Aigners.
CDU und CSU wollen im Laufe des Sommers eine gemeinsame Personalempfehlung erarbeiten. Steffen Bilger, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion, zeigte sich offen für jeden geeigneten Vorschlag für das Präsidentenamt. Gleichzeitig begrüßte der CDU-Politiker Philipp Amthor zwar die Idee einer Frau in diesem Amt, verwies jedoch darauf, dass mehrere starke Kandidaten in der engeren Auswahl stünden.
Gerüchte ranken sich auch um Familienministerin Karin Prien, der ebenfalls präsidiale Ambitionen nachgesagt werden. Zudem soll Annegret Kramp-Karrenbauer, Chefin der Konrad-Adenauer-Stiftung, bereits Vorsondierungen für eine mögliche Bewerbung geführt haben.
Der Vorstoß zur Unterstützung Aigners hat in CDU und CSU eine grundsätzliche Debatte angestoßen. Eine endgültige Entscheidung über die Kandidatur wird nach weiteren Beratungen in den kommenden Monaten fallen. Das Ergebnis wird maßgeblich die Strategie des konservativen Lagers für die Bundestagswahl 2027 prägen.






