KI weckt tote Musiklegenden für umstrittene ProSieben-Show zu neuem Leben
Stjepan HeinrichKI weckt tote Musiklegenden für umstrittene ProSieben-Show zu neuem Leben
Umstrittene neue Musikshow: KI bringt verstorbene Legenden auf die Bühne
Ende dieses Monats startet im deutschen Fernsehen eine umstrittene neue Musikshow. "Staying Alive – Stars singen mit Legenden" bringt lebende Künstler mit KI-generierten Versionen verstorbener Ikonen wie Amy Winehouse, Elvis Presley und Freddie Mercury zusammen. Die von Endemol Shine für ProSiebenSat.1 produzierte Sendung steht bereits wegen ethischer Bedenken in der Kritik.
Die Premiere findet am 25. April 2023 statt, eine Woche später folgt die zweite Folge auf ProSieben. In einem der Auftritte wird der deutsche Popstar Sasha gemeinsam mit einem digitalen Abbild Amy Winehouses zu sehen sein. Die KI-Technologie projiziert dabei die Gesichter der verstorbenen Musiker auf Leinwände, während stimmliche Doubles – durch KI optimiert – ihre Originalstimmen nachahmen.
Hinter den Kulissen kommt die Produktion zu einer Zeit, in der ProSiebenSat.1 mit finanziellen Schwierigkeiten kämpft. Die Mediengruppe kündigte kürzlich massive Einsparungen an, darunter den Abbau von über 400 Arbeitsplätzen. Branchenbeobachter sehen in der Show einen riskanten Versuch, die Quoten zu steigern und dringend benötigte Einnahmen zu sichern.
Fabian Tobias, der geschäftsführende Direktor der Sendung, zeichnet für das Projekt verantwortlich. Doch das Konzept sorgt für Debatten – insbesondere im Fall von Amy Winehouse, deren gesundheitliche und persönliche Kämpfe vor ihrem Tod gut dokumentiert sind. Kritiker fragen sich, ob die Nutzung ihres Abbilds ihr Vermächtnis ehrt oder es für Unterhaltungszwecke ausnutzt.
Der Start der Show steht unter dem Vorzeichen erwarteter scharfer Kritik. Zwar werden die Zuschauer KI-generierte Auftritte verstorbener Stars erleben, doch die ethischen Implikationen könnten den Unterhaltungswert überlagern. Die finanziellen Zwänge von ProSiebenSat.1 verstärken die Kontroverse um die Entstehung der Sendung zusätzlich.






