Korruptionsermittlungen gegen Kushners Luxusresort in Albaniens Wildfluss-Nationalpark
Beatrix FiebigKorruptionsermittlungen gegen Kushners Luxusresort in Albaniens Wildfluss-Nationalpark
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht derzeit im internationalen Fokus. Während Demonstranten mit rosaroten Flamingo-Ausschnitten auf einer albanischen Insel Schlagzeilen machten, rückt nun ein anderes Thema in den Mittelpunkt: Die albanischen Anti-Korruptionsbehörden haben eine Untersuchung zu einem Ferienresort-Projekt eingeleitet, an dem Jared Kushner, der Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, beteiligt ist.
Streitpunkt ist ein geplantes Luxusresort im Vjosa-Narta-Delta, Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse. Kritiker warnen, dass das Vorhaben die lokale Tierwelt gefährden könnte. Die albanische Regierung hatte einem mit Kushner verbundenen Unternehmen zuvor den Status eines „strategischen Investors“ verliehen – angeblich unter Verzicht auf Steuern, Ausschreibungen und Umweltprüfungen.
Kushner, ein enger Verbündeter des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu, steht seit Langem in Verbindung mit dem Projekt. Albanien, ein mehrheitlich muslimisches, aber säkulares Land, ist ein überzeugtes proamerikanisches NATO-Mitglied und ein EU-Beitrittskandidat. Seine strategische Lage auf dem Balkan macht es zu einem wichtigen Partner für westliche Verbündete – darunter auch Israel –, während die öffentliche Meinung in Europa gegenüber der israelischen Politik zunehmend kritischer wird.
Zudem beherbergt Albanien seit Jahren Tausende Mitglieder der Muǧahidin-e Chalq (MEK), einer iranischen Exilgruppe. Die EU erkennt die MEK nicht als legitimen politischen Akteur an und lehnt eine Unterstützung ab.
Die Ermittlungen zu Kushners Deal verstärken Albaniens wachsende Präsenz auf der internationalen Bühne. Das Ergebnis der Untersuchung könnte sowohl die Zukunft des Resorts als auch den Umweltschutz im Land beeinflussen. Bisher liegen noch keine offiziellen Erkenntnisse vor.






