Lauterbachs Pflege-Reform droht Heimbewohnern bis zu 1.800 Euro Mehrkosten
Stjepan HeinrichLauterbachs Pflege-Reform droht Heimbewohnern bis zu 1.800 Euro Mehrkosten
Neue Pläne von Gesundheitsminister Karl Lauterbach könnten die Eigenbeteiligung von Pflegeheimbewohnern innerhalb von zwei Jahren um bis zu 1.800 Euro erhöhen. Der Vorschlag stößt bei Pflegeanbietern auf scharfe Kritik, die warnen, dass viele Familien bereits finanziell stark belastet seien.
Ziel der Änderungen ist es, den Anstieg staatlicher Zuschüsse zu bremsen und die Bewohner stärker an den Pflegekosten zu beteiligen. Lauterbachs Team begründet den Zwei-Jahres-Zeitraum damit, dass drei Viertel der Heimbewohner nicht länger als diese Zeit in den Einrichtungen bleiben.
Bernd Meurer, Präsident des Pflegeverbandes BPA, wirft dem Minister vor, frühere Zusagen gebrochen zu haben. Die SPD habe im Wahlkampf noch eine Obergrenze von 1.000 Euro für die Eigenbeteiligung versprochen, doch nun, so Meurer, verlagere Lauterbach Milliardenkosten auf Pflegebedürftige und ihre Angehörigen.
Meurer verwies zudem auf die bereits bestehende Belastung der Familien, die hohe Zuzahlungen leisten müssten. Die neuen Maßnahmen würden die finanzielle Not besonders schutzbedürftiger Gruppen weiter verschärfen, argumentierte er.
Nach dem aktuellen Entwurf könnten die Ausgaben der Bewohner innerhalb von zwei Jahren um bis zu 1.800 Euro steigen. Die Reform zielt darauf ab, staatliche Leistungen zu kürzen und gleichzeitig den Eigenanteil zu erhöhen. Pflegeanbieter warnen, dass dies den Druck auf Familien, die ohnehin schon mit den Kosten kämpfen, weiter verstärken werde.






