Mahlow gedenkt Noë Martin – ein Leben gegen Rassismus und für Vielfalt
Beatrix FiebigMahlow gedenkt Noë Martin – ein Leben gegen Rassismus und für Vielfalt
Gedenkveranstaltung für Noë Martin in Mahlow
An einem Dienstagnachmittag fand in Mahlow eine Gedenkveranstaltung für Noë Martin statt. Die Teilnehmer ehrten den aus Jamaika stammenden ehemaligen Bauunternehmer, der 1996 Opfer eines rassistischen Angriffs wurde. Die Veranstaltung war Teil der Aktionswoche Demokratie und Vielfalt, die noch bis zum 21. Juni läuft.
1996 hatten zwei Männer aus Mahlow Martin mit dem Auto verfolgt und einen Feldstein auf sein Fahrzeug geworfen. Durch den Angriff prallte er gegen einen Baum und erlitt eine Querschnittslähmung. Später setzte sich Martin dafür ein, die Erinnerung an den Vorfall wachzuhalten: 2001 organisierte er eine Demonstration in Mahlow und gründete ein Jugendaustauschprogramm sowie eine Stiftung, die seinen Namen und den seiner Frau trägt.
Die aktuelle Veranstaltung begann mit Reden des Mahlower Bürgermeisters Michael Schuchow und Judith Porath, der Geschäftsführerin von Opferperspektive e.V. Anschließend führten Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Martins Sohn Negus Martin den Trauerzug an. Die Teilnehmer überquerten dabei die Noë-Martin-Brücke, die 2021 zu seinen Ehren benannt worden war. In seiner Ansprache bezog sich Woidke auf die Rolle der AfD bei der Zunahme rechtsextremer Gewalt.
Rechtsextreme hatten zuvor versucht, Aufmerksamkeit zu erregen, indem sie nach dem Verbot des Musikfestivals Märkische Klangnacht eine eigene Veranstaltung unter dem Titel Schwarz Rot Gold abhielten. Martin verstarb 2020, doch sein Vermächtnis lebt in Erinnerungskultur und Engagement weiter.
Die Veranstaltung würdigte Martins Einsatz gegen Rassismus und für gesellschaftliche Vielfalt. Sein Sohn und lokale Verantwortliche hielten sein Andenken durch öffentliches Handeln lebendig. Der Trauerzug unterstrich die anhaltenden Bemühungen, dem Rechtsextremismus in der Region entgegenzutreten.






