Martina Neusinger gewinnt Sonthofens Stichwahl trotz massiver Briefwahl-Pannen
Beatrix FiebigMartina Neusinger gewinnt Sonthofens Stichwahl trotz massiver Briefwahl-Pannen
Martina Neusinger von der Freien Wählergemeinschaft hat die Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Sonthofen mit klarer Mehrheit gewonnen. Sie erzielte 63,6 Prozent der Stimmen und setzte sich damit gegen ihren Konkurrenten Klaus Erbersdobler von der CSU durch. Die Wahl war jedoch von erheblichen logistischen Problemen überschattet, die viele Wähler verärgerten.
Die Stichwahl fand vor dem Hintergrund massiver Probleme mit der Briefwahl statt. Tausende wahlberechtigte Bürger Sonthofens – insgesamt 17.682 – gaben an, ihre Briefwahlunterlagen nicht rechtzeitig vor dem Wahltag erhalten zu haben. Von ihnen konnten nur 10.316 ihre Stimme abgeben, was einer Wahlbeteiligung von 58,3 Prozent entspricht.
Einige Wähler, die Briefwahl beantragt hatten, wurden abgewiesen, als sie versucht hatten, persönlich zu wählen. Der Wahlleiter Walter Wilhelm nannte die Situation "unglaublich frustrierend". Trotz dieser Rückschläge war Neusingers Sieg deutlich: Erbersdobler kam lediglich auf 36,4 Prozent der Stimmen.
Die Pannen bei der Verteilung der Wahlunterlagen warfen Fragen nach dem Zugang zur Wahl auf. Noch haben die Behörden keine Erklärung dafür geliefert, warum so viele Briefwahlunterlagen nicht pünktlich zugestellt wurden.
Neusinger wird nun nach einer von Problemen überschatteten, aber klaren Wahl ihr Amt als neue Bürgermeisterin von Sonthofen antreten. Die Schwierigkeiten mit der Briefwahl könnten eine Überprüfung der Abläufe nach sich ziehen. Vorerst bleibt das Ergebnis jedoch bestehen: Neusinger gewann mit einem Vorsprung von fast 27 Prozentpunkten.






