NRW kämpft für Mutterschutz auch für selbstständige Frauen – ein historischer Vorstoß
Stjepan HeinrichNRW kämpft für Mutterschutz auch für selbstständige Frauen – ein historischer Vorstoß
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen setzt sich für einen gesetzlichen Mutterschutz für selbstständige Frauen ein. Derzeit bringen in Deutschland jährlich rund 27.000 selbstständige Frauen Kinder zur Welt – ohne jeden rechtlichen Schutz. Behördenvertreter betonen, dass dringend Reformen nötig seien, um diese Lücke in der Absicherung zu schließen.
Nordrhein-Westfalen hat bei diesem Thema eine Vorreiterrolle übernommen. Das Land initiierte eine Bundesratsvorlage und gab eine Machbarkeitsstudie zum Mutterschutz für Selbstständige in Auftrag. Die Westdeutsche Handwerkskammer (WHKT) hat nun auf Basis dieser Untersuchung konkrete Vorschläge vorgelegt.
Kernpunkt der WHKT-Empfehlungen ist eine einmalige Pauschalzahlung als Lohnersatzleistung während der Mutterschutzzeit. Damit soll Frauen, die bisher ohne Unterstützung auskommen müssen, finanzielle Sicherheit geboten werden. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) unterstrich, dass eine Schwangerschaft niemals als Berufsrisiko betrachtet werden dürfe.
Um die Pläne voranzubringen, veranstaltete das Wirtschaftsministerium kürzlich eine Konferenz in Berlin. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutierten dort Umsetzungsstrategien. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden im Juli offiziell präsentiert.
Sollten die Vorschläge umgesetzt werden, wäre dies ein bedeutender Schritt für selbstständige Frauen in Deutschland. Die Einmalzahlung soll die finanzielle Unsicherheit während des Mutterschutzes verringern. Die weiteren Schritte hängen vom Abschlussbericht der Studie und den politischen Beratungen ab.






