Offene Glasfasernetze: Warum Deutschlands Betreiber jetzt umdenken müssen
Heinz-Walter Koch IIOffene Glasfasernetze: Warum Deutschlands Betreiber jetzt umdenken müssen
Offene Netzzugänge gewinnen bei Deutschlands Glasfaserausbau an Bedeutung
In Deutschland spielt der offene Netzzugang eine immer größere Rolle beim Ausbau der Glasfaserinfrastruktur. Fast 300 Netzbetreiber treiben derzeit landesweit den Infrastrukturausbau voran. Doch mit der wachsenden Nachfrage nach Anbieterwahl verschärfen sich die Debatten über Regulierung und Investitionsrisiken.
Deutsche GigaNetz hat bereits Offene-Zugangs-Vereinbarungen mit dem schwedischen Internetdienstanbieter Bahnhof und Westconnect unterzeichnet. Unterdessen wird Plusnet in Kürze eigene Dienste über die Netze von OXG anbieten. Diese Schritte spiegeln einen breiten Trend hin zu geteilter Infrastruktur wider.
Auf einer kürzlichen Branchenveranstaltung betonte Frank Rosenberger von 1&1 Versatel, dass 83 Prozent der Kunden die Möglichkeit zum Anbieterwechsel wünschen. Diese Nachfrage zwingt die Betreiber, geschlossene Netzmodelle zu überdenken. Die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge kündigten an, ihr Glasfasernetz bis 2030/2031 für Drittanbieter zu öffnen.
Allerdings bleiben Bedenken hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen. Steven Blount von EWE Tel räumte ein, dass offener Netzzugang zwar höhere Anfangsinvestitionen erfordern könnte, argumentierte aber, dass dadurch die volle Auslastung der Netze sichergestellt werde. Netzbetreiber warnen zudem, dass zu strenge Regulierungen künftige Investitionen abschrecken könnten.
Der Regierungsentwurf für das Telekommunikationsgesetz (TKG) sieht eine Verhandlungspflicht für Regionen mit nur einem Glasfasernetz vor. Daniela Brönstrup, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur (BNetzA), fordert strengere Kontrollen, falls offener Netzzugang keinen fairen Wettbewerb garantiert.
Der Druck in Richtung offener Netzzugänge verändert den deutschen Glasfasermarkt. Die Betreiber müssen die Kundennachfrage nach Wahlmöglichkeiten mit dem Schutz langfristiger Investitionen in Einklang bringen. Wie sich die Regulierung entwickelt, wird entscheiden, ob geteilte Netze zum neuen Standard werden.






