Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken leicht – doch warum bleiben Fachkräfte weg?
Heinz-Walter Koch IIAnzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Pendlerzahlen in Sachsen-Anhalt sinken leicht – doch warum bleiben Fachkräfte weg?
Rund ein Fünftel der Beschäftigten in Sachsen-Anhalt pendelt für die Arbeit über die Landesgrenzen hinweg. Neue Zahlen vom Juni 2025 zeigen einen leichten Rückgang sowohl bei den Ein- als auch bei den Auspendlern. Experten führen diesen Trend auf eine verlangsamte Arbeitsmarktentwicklung in der Region zurück.
Im Juni 2025 arbeiteten etwa 148.000 Einwohner Sachsen-Anhalts in anderen Bundesländern – rund 600 weniger als im Vorjahr. Die häufigsten Ziele dieser Pendler waren Sachsen, Niedersachsen und Thüringen. Viele von ihnen üben qualifizierte Tätigkeiten aus, insbesondere in der Industrie, im Einzelhandel, in der Kfz-Instandhaltung, im Transport- und Logistikbereich sowie im Baugewerbe.
Gleichzeitig sank auch die Zahl der Einpendler nach Sachsen-Anhalt. Rund 75.700 Beschäftigte aus anderen Bundesländern arbeiteten dort – ein leichter Rückgang im Vergleich zu früheren Zahlen. Die meisten von ihnen kamen aus Sachsen, gefolgt von Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Zusätzlich reisten 5.400 Arbeitnehmer aus dem Ausland an.
Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, nannte das schwächere Beschäftigungswachstum als Hauptgrund für den Rückgang. Zwar gebe es Fortschritte wie die Aufwertung der S-Bahn-Netze in Leipzig und Halle, doch spezifische wirtschaftliche oder demografische Daten, die erklären würden, warum Fachkräfte bestimmte Nachbarbundesländer bevorzugen, lägen nicht vor.
Die aktuellen Zahlen zeigen einen moderaten Rückgang des grenzüberschreitenden Pendelverkehrs in und aus Sachsen-Anhalt. Qualifizierte Arbeitskräfte dominieren weiterhin die Abwanderung, während weniger Beschäftigte in das Land pendeln. Behörden führen die Entwicklung auf die allgemeine Wirtschaftslage zurück – gezielte politische Maßnahmen spielen dabei offenbar keine Rolle.