Potsdams Garnisonkirche ersteht mit 27 Meter hohem Turm neu aus Ruinen
Stjepan HeinrichPotsdams Garnisonkirche ersteht mit 27 Meter hohem Turm neu aus Ruinen
Potsdams historische Garnisonkirche nimmt nach Jahrzehnten der Abwesenheit langsam wieder Gestalt an. Die Militärkirche, die 1735 erstmals erbaut und im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, entsteht nun mit einem markanten 27 Meter hohen Turm neu. Die Arbeiten am Kirchturm begannen 2024, doch rechtliche Streitigkeiten verzögerten den Fortschritt um ein ganzes Jahr.
Das Wiederaufbauprojekt sah sich sowohl technischen als auch historischen Herausforderungen gegenüber. Das dunkle Erbe der Kirche löste eine Debatte darüber aus, ob sie überhaupt wiederaufgebaut werden sollte. Trotz der Bedenken schritten die Bauarbeiten voran, und der Turm konnte im vergangenen Jahr fertiggestellt werden.
Das Herzstück des Turmdesigns bilden 24 Edelstahlsäulen, von denen jede mehrere Tonnen wiegt. Sie bilden das Gerüst der Konstruktion, das zunächst mit Holz verkleidet und anschließend mit Kupfer ummantelt wird. Zusammen mit dem Rest des Turms wird die gesamte Spitze etwa 60 Tonnen wiegen.
Den letzten Schliff erhält der Turm durch eine drehbare Wetterfahne an seiner höchsten Stelle. Bevor die Spitze montiert wird, soll sie am Boden vollständig zusammengesetzt werden; die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2027 geplant. Die Finanzierung des über drei Millionen Euro teuren Projekts stammt teilweise vom Förderverein Garnisonkirche, der etwa ein Zehntel der Gesamtkosten übernimmt.
Nach der Vollendung wird der Turm ein prägendes Element der Potsdamer Stadtsilhouette zurückbringen. Die Kombination aus Stahl, Holz und Kupfer sorgt für Langlebigkeit und würdigt zugleich das ursprüngliche Design der Kirche. Rechtliche Hürden und historische Bedenken konnten das Projekt nicht aufhalten – es schreitet stetig auf die Fertigstellung zu.






