21 June 2026, 02:02

Radikale Freundlichkeit: Warum wir Alltagsärger mit Lächeln begegnen sollten

Der Karotte ohne den Stock: Klaus Eckel über radikale Freundlichkeit

Radikale Freundlichkeit: Warum wir Alltagsärger mit Lächeln begegnen sollten

Ein neues Buch schlägt einen kühnen Umgang mit Alltagsärger vor. Die Autorin plädiert dafür, auf Nervereien nicht mit Wut, sondern mit Freundlichkeit zu reagieren – eine Idee, die gängige Reaktionsmuster in Ländern wie Österreich herausfordert, wo die Menschen über ein ganzes Repertoire verfügen, um ihre Verärgerung auszudrücken.

Das vorläufig Radikale Freundlichkeit betitelte Werk könnte in Österreich auf Skepsis stoßen. Dort gibt es über 50 Bezeichnungen für „Idiot“, von Dodel bis Nudelaug. Fluchen gilt fast als kulturelle Freizeitbeschäftigung – mal als Kraftquelle, mal gar als eine Art Yoga des Alltags.

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Die Autorin illustriert ihre Philosophie mit praktischen Beispieln: Wer ihr den Parkplatz wegnimmt, erhält Dank dafür, dass er ihr damit extra Schritte für den Fitness-Tracker beschert. Ein lauter Telefonierer im Zug bekommt Halsbonbons gereicht. Und in der überfüllten Bäckerei-Schlange lobt sie die unfreiwillige Akupressur-Session durch das Gedränge.

Selbst eigene Patzer deutet sie um: Scherzhaft nennt sie sich dann „kognitiven Minimalisten“, wenn etwas schiefgeht.

Das Buch macht auf spielerische, aber ernst gemeinte Weise Werbung für Freundlichkeit in nervenaufreibenden Momenten – ein markanter Kontrast zu Kulturen, die scharfe, kreative Schimpfwörter zelebrieren. Ob die Österreicher diesen Ansatz übernehmen, bleibt abzuwarten.

Quelle