RAW-Gelände in Berlin: Investor bricht Verhandlungen ab – Zukunft ungewiss
Stjepan HeinrichRAW-Gelände in Berlin: Investor bricht Verhandlungen ab – Zukunft ungewiss
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes in Friedrichshain bleibt ungewiss – nach Jahren festgefahrener Verhandlungen. Während am Samstagabend noch reges Treiben herrschte, etwa bei einer öffentlichen Übertragung eines Fußballspiels, brodelt hinter den Kulissen der Konflikt weiter.
Die Kurth-Gruppe, die das Areal 2015 erwarb, ringt seit Langem um einen Ausgleich zwischen Bebauungsplänen und dem Erhalt der subkulturellen Wurzeln des Ortes. 2022 sicherte zwar eine Vereinbarung den Bestand des sogenannten „kulturellen L“ – eines Gebäudekomplexes mit besonderer Bedeutung für die Szene. Doch 2024 zog sich die Gruppe aus den Gesprächen zurück. Sie wirft dem jüngsten, im Mai vorgelegten Rahmenabkommen vor, einzig die Interessen Berlins zu bedienen und die Anliegen des Investors zu ignorieren.
Die Verhandlungen mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg waren 2023 wiederaufgenommen worden, mit dem Ziel, bis Mai eine Lösung zu finden. Doch der Bezirk verweigerte vorzeitige Baugenehmigungen, sodass der Investor ohne formelle Planungsfreigabe nicht vorankommt. Zwar würde Paragraph 34 des Baugesetzbuchs eine Bebauung auch ohne Bebauungsplan ermöglichen – doch der Eigentümer erklärt den Prozess nun für „endgültig gescheitert“.
Mehrere Projekte, darunter der Club Cassiopeia, müssen das Gelände in den kommenden Wochen verlassen. Geschäftsführer Florian Falkenhagen erhielt bereits mündlich die Aufforderung, die Räumlichkeiten bis Monatsende zu räumen.
Ohne Kooperation des Bezirks und einen abgeschlossenen Planungsprozess kann der Investor seine Vorhaben nicht umsetzen. Die langfristige Zukunft des RAW-Geländes bleibt damit offen – und die Gefahr einer vollständigen Wohnbebauung des Areals besteht weiter.






