Sachsen-Anhalt verbietet AfD-Praktika für Schüler beim Girls' und Boys' Day
Caren PaffrathSachsen-Anhalt verbietet AfD-Praktika für Schüler beim Girls' und Boys' Day
Schulen in Sachsen-Anhalt haben Schülern untersagt, Praktika bei der Landtagsfraktion der AfD zu absolvieren. Betroffen ist die jährliche Initiative Girls' und Boys' Day, die Jugendlichen kurze Berufserfahrungen ermöglicht. Bildungsminister Jan Riedel verteidigte das Vorgehen als notwendig, um demokratische Werte zu schützen.
Über 20 Schüler hatten sich in diesem Jahr für ein Praktikum bei der AfD-Fraktion beworben. Die Behörden griffen jedoch ein und verwiesen auf Bedenken wegen der politischen Haltung der Partei. Riedel argumentierte, eine Zusammenarbeit mit der AfD sei inakzeptabel, da die Organisation als gesichert rechtsextrem eingestuft werde. Zudem enthalte ihr Programm antidemokratische und menschenverachtende Tendenzen.
Die AfD wies das Verbot als politisch motiviert zurück. Parteichef Ulrich Siegmund fragte, wie eine gewählte Fraktion als ungeeignet für Schülerpraktika gelten könne. Er betonte, die Landtagsfraktion agiere als eigenständige juristische Person und stehe nicht unter staatlicher Beobachtung.
Riedel entgegnete, Schulen trügen die Verantwortung, verfassungsgemäße Grundsätze zu wahren. Die Konfrontation junger Menschen mit dem Umfeld der AfD stehe im Widerspruch zu demokratischen Bildungsstandards, so der Minister.
Die Entscheidung verhindert, dass Schüler im Rahmen des Berufsorientierungsprogramms mit der AfD in Kontakt treten. Während die Partei das Verbot als ungerechtfertigt kritisiert, berufen sich die Verantwortlichen auf rechtliche Verpflichtungen. Der Streit spiegelt die größeren Spannungen um die Rolle der AfD in öffentlichen Institutionen wider.






