01 April 2026, 00:11

Streit um geplante Rückführung syrischer Flüchtlinge aus Deutschland innerhalb von drei Jahren

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien und Daten zu Binnenflüchtlingen aufgrund von Gewalt, begleitet von erklärendem Text und Diagrammen.

Streit um geplante Rückführung syrischer Flüchtlinge aus Deutschland innerhalb von drei Jahren

Pläne zur Rückführung syrischer Flüchtlinge aus Deutschland haben unter Politikern eine Debatte ausgelöst. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa streben an, innerhalb von drei Jahren 80 Prozent der syrischen Geflüchteten in ihre Heimat zurückzubringen. Experten warnen jedoch, dass anhaltende Gewalt und prekäre Lebensbedingungen in Syrien eine sichere Rückkehr unwahrscheinlich machen.

Der Vorschlag von Kanzler Merz stößt auf Kritik bei Winfried Kluth, dem Vorsitzenden des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration. Kluth argumentiert, der Plan wecke falsche Hoffnungen und schaffe Unsicherheit bei Flüchtlingen, die sich bereits in Deutschland ein neues Leben aufgebaut hätten. Zudem sei es schwierig zu beurteilen, ob Syrien für Rückkehrer sicher genug sei – insbesondere angesichts der anhaltenden bewaffneten Konflikte im Norden und Nordosten des Landes.

In Deutschland leben derzeit rund 936.000 Syrerinnen und Syrer, davon sind über 700.000 vor dem Bürgerkrieg geflohen. Viele von ihnen sind mittlerweile gut integriert, gehen einer Arbeit nach und schicken ihre Kinder zur Schule. Trotz des dringenden Wiederaufbaubedarfs in Syrien betont Kluth, dass die humanitären und wirtschaftlichen Bedingungen nach wie vor desaströs seien: zerstörte Häuser, marode Infrastruktur, ein massiver Mangel an Arbeitsplätzen und Wohnraum.

Kluth fordert die Politik auf, die Interessen der Geflüchteten mit den Bedürfnissen des deutschen Arbeitsmarktes in Einklang zu bringen. Zwar anerkennt er den Wunsch nach Rückkehr, warnt jedoch, dass erzwungene Rückführungen das Leben der Betroffenen zerstören könnten, ohne Sicherheit oder Stabilität in Syrien zu garantieren.

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Das Rückführungsprogramm zielt darauf ab, einen Großteil der syrischen Flüchtlinge innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückzubringen. Doch Experten zweifeln an der Umsetzbarkeit des Vorhabens – angesichts des anhaltenden Konflikts und der wirtschaftlichen Not in Syrien. Die Diskussion darüber, wie sich Deutschlands Integrationsbemühungen mit dem langfristigen Wiederaufbau Syriens vereinen lassen, dauert derweil an.

Quelle