Vom Truppenübungsplatz zur Wildnis: Wie Jüterbogs "Altes Lager" zur Artenoase wurde
Caren PaffrathVom Truppenübungsplatz zur Wildnis: Wie Jüterbogs "Altes Lager" zur Artenoase wurde
Ein ehemaliges Militärübungsgelände bei Jüterbog hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten in eine blühende Wildnis verwandelt. Das 9.300 Hektar große Gebiet, bekannt als „Altes Lager“, ist heute ein geschütztes Naturreservat, in dem Wälder, Heiden und seltene Tierarten ohne menschlichen Eingriff gedeihen. Seit den frühen 1990er-Jahren wird das Gelände von der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg verwaltet, die hier eine natürliche Renaturierung ermöglicht.
Was einst als Übungsplatz für das Militär diente, ist heute ein Refugium für biologische Vielfalt. Seltene Arten wie Fischotter, Bechsteinfledermäuse und Wiedehöpfe haben hier ein Zuhause gefunden. Anders als in bewirtschafteten Wäldern findet hier keine Holznutzung statt – die Natur entwickelt sich frei und ungestört.
Ein zentrales Anliegen ist der Brandschutz, denn nicht explodierte Munition birgt erhebliche Risiken. Direkte Löscharbeiten sind oft zu gefährlich, daher setzt man auf präventive Maßnahmen. Ein Netz aus Brandschneisen durchzieht das Gelände, teilweise mit Sandstreifen, die als „Wundstreifen“ Flammen stoppen sollen. Diese Schneisen werden regelmäßig von Sprengkörpern geräumt und instand gehalten, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Auch für Einsatzkräfte gibt es spezielle Vorkehrungen: Befahrbare Löschwege und strategisch platzierte Wasserentnahmestellen ermöglichen im Ernstfall ein schnelles Eingreifen. Diese Maßnahmen schützen nicht nur das empfindliche Ökosystem, sondern auch diejenigen, die im Brandfall handeln müssen.
Das Wildnisgebiet „Altes Lager“ zeigt exemplarisch, wie ehemalige Militärflächen zu wertvollen Naturschutzgebieten werden können. Durch die Kombination von Renaturierung und gezieltem Brandmanagement fördert das Gelände seltene Tierarten und minimiert gleichzeitig Sicherheitsrisiken. Die regelmäßige Pflege der Brandschneisen und Wasserstellen sorgt dafür, dass die Region ökologisch wertvoll und zugleich sicher bleibt.






