Deutsche Bahn kämpft mit Rekordverspätungen – nur noch 52 Prozent pünktlich
Stjepan HeinrichDeutsche Bahn kämpft mit Rekordverspätungen – nur noch 52 Prozent pünktlich
Die Deutsche Bahn steht vor wachsenden Herausforderungen bei der Pünktlichkeit, da extremes Winterwetter und anhaltende Infrastrukturprobleme selbst bescheidene Ziele außer Reichweite rücken. Aktuelle Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang der Pünktlichkeit: Im Januar 2026 erreichten nur noch 52,1 Prozent der Fernzüge ihr Ziel rechtzeitig – deutlich unter dem für das Jahr gesetzten Ziel von 60 Prozent.
Vor der Pandemie fuhren die Fernzüge der Deutschen Bahn noch zu 74 bis 79 Prozent pünktlich. Doch seit 2022 verschlechtert sich die Lage kontinuierlich. 2025 erfüllten nur noch 60 Prozent der Züge den Standard, und zu Beginn des Jahres 2026 sank die Quote weiter, bevor sie im Februar leicht auf 59,4 Prozent anstieg.
Offizielle Berichte führen den Rückgang auf überlastete Strecken, häufige technische Störungen und eine hohe Zahl von Baustellen im alternden Schienennetz zurück. Frost und winterliche Bedingungen Anfang 2026 verschärften die Probleme zusätzlich. Konzernchefin Evelyn Palla räumte ein, dass aufgrund struktureller Schwächen des Systems keine schnellen Verbesserungen möglich seien.
Als Reaktion hat die Deutsche Bahn drei Sofortmaßnahmenprogramme im Rahmen des Aktionsplans für zufriedene Kunden des Bundesverkehrsministeriums gestartet. Diese konzentrieren sich auf saubere und sichere Bahnhöfe, mehr Komfort im Fernverkehr sowie klarere Fahrgastinformationen bei Verspätungen oder Gleisänderungen.
Verkehrsminister Patrick Schnieder hat ein neues Pünktlichkeitsziel von 70 Prozent bis 2029 gesetzt und die früheren Pläne des Vorstands, bis 2027 eine Quote von 75 bis 80 Prozent zu erreichen, als unrealistisch zurückgewiesen. Gleichzeitig warnte er, dass die anhaltenden Probleme der Bahn das Vertrauen der Öffentlichkeit in zentrale Institutionen untergraben könnten.
Für 2026 wird erwartet, dass die Pünktlichkeitsquote im besten Fall auf dem Niveau von 2025 verbleibt. Angesichts anhaltender Infrastrukturengpässe und Wetterstörungen wird der Erfolg der Bemühungen zur Steigerung der Zuverlässigkeit maßgeblich von den neuen Maßnahmenprogrammen abhängen. Die von der Regierung angepasste Zielmarke für 2029 unterstreicht indes das Ausmaß der bevorstehenden Herausforderungen.






