02 April 2026, 14:10

Digitale Gewalt: Fast die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland betroffen

Eine Karte von Australien mit rot schattierten Bereichen, die den Prozentsatz von Jugendlichen unter 18 Jahren in jedem Bundesstaat darstellen, begleitet von Text, der besagt, dass Jugendliche unter 18 Jahren wegen einvernehmlichen Sex auf die Sexstraftäterliste gesetzt werden können.

Digitale Gewalt: Fast die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland betroffen

Digitale sexualisierte Gewalt betrifft fast die Hälfte aller jungen Menschen in Deutschland

Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit zeigt das Ausmaß des Problems. Täter nutzen das Internet, um Opfer auf Weise zu attackieren, die vor der flächendeckenden Verbreitung des Internets undenkbar waren.

Eine häufige Form dieses Missbrauchs ist Cybergrooming. Täter nehmen zunächst über Chats Kontakt zu Kindern und Jugendlichen auf, um sie anschließend sexuell zu belästigen oder auszubeuten. Bis 2025 gab fast jedes vierte Kind an, bereits solche Manipulationen erlebt zu haben.

Doch das Problem beschränkt sich nicht auf Fremde. Viele Übergriffe geschehen auch innerhalb von Freundeskreisen oder Schulchatgruppen. Eltern und Lehrkräfte werden aufgefordert, das Thema aktiv anzugehen – durch Gespräche über Grenzen und durch vorbildliches, respektvolles Verhalten.

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Ein dreijähriges Präventionsprojekt in Thüringen setzte hier erste Maßnahmen um. Finanziert von der Landesbeauftragten für Kinderschutz, war es das erste seiner Art in Deutschland. Yasmina Ramdani leitete Workshops an Schulen in der gesamten Region und erreichte rund 5.000 Schülerinnen und Schüler. Allerdings gibt es keine öffentlichen Daten darüber, wie viele Schulen bundesweit seitdem ähnliche Programme eingeführt haben.

Fachleute betonen, dass Prävention weit kostengünstiger ist als die Bewältigung der langfristigen Folgen digitaler sexualisierter Gewalt. Doch flächendeckende Maßnahmen lassen trotz der Forschungsergebnisse weiterhin auf sich warten.

Die Studie unterstreicht eine wachsende Bedrohung für die Sicherheit junger Menschen im Netz. Schulen und Familien stehen nun vor der Herausforderung, aus dem Bewusstsein für das Problem konkrete Handlungen abzuleiten. Ohne breiter angelegte Präventionsbemühungen wird die Zahl der betroffenen Minderjährigen voraussichtlich nicht sinken.

Quelle