29 March 2026, 06:12

Schwarz Group baut Europas größte Cloud-Infrastruktur für digitale Souveränität

Diagramm eines Cloud-Computing-Systems mit miteinander verbundenen Geräten (Laptop, Mobiltelefon, Tablet), gesichert durch Schlösser, begleitet von Text, der sicheren Zugriff auf Anwendungen und Daten von jedem Netzwerkgerät beschreibt.

Schwarz Group baut Europas größte Cloud-Infrastruktur für digitale Souveränität

Schwarz Digits, die Technologie-Sparte des Handelsriesen Schwarz Group, treibt einen ehrgeizigen Plan voran, um Europas digitale Unabhängigkeit zu stärken. Das Unternehmen hat ein Rechenzentrum im Wert von 11 Milliarden Euro in Lübbenau, Brandenburg, eröffnet – konzipiert, um europäische Daten auf dem Kontinent zu halten. Gleichzeitig setzen auch öffentliche Einrichtungen in Deutschland zunehmend auf Open-Source-Lösungen, um die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern.

Das neue Rechenzentrum in Brandenburg wird 100.000 Grafikprozessoren (GPUs) beherbergen und eine doppelte Funktion erfüllen: Es deckt den internen Datenbedarf der Schwarz Group ab und stellt überschüssige Rechenkapazitäten externen Kunden zur Verfügung. Dieser Schritt ist Teil der umfassenderen Strategie des Unternehmens, eine eigene Cloud-Infrastruktur namens Stackit aufzubauen, um Datensouveränität und Sicherheit zu gewährleisten.

Unter der Führung von Rolf Schumann und Christian Müller beschränkt sich Schwarz Digits nicht auf den Aufbau von Hardware, sondern fördert ein ganzes Ökosystem. Durch den Einsatz von Open-Source-Technologie strebt die Sparte Transparenz bei Quellcodes und Datenflüssen an – bei gleichzeitiger Kontrolle. Das Ziel: die Schwarz Group vom Handelsführer zum zentralen Akteur in der digitalen Infrastruktur zu wandeln.

Dieses Streben nach digitaler Souveränität ist Teil eines größeren europäischen Trends. So hat Schleswig-Holstein im Oktober 2025 seine Migration auf Open-Source-E-Mail-Systeme (Open Xchange und Thunderbird) sowie Identitätsmanagement (Univention Nubus) abgeschlossen. Der Wechsel verringert die Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern und stärkt die regionale Kontrolle über kritische digitale Dienstleistungen.

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Europas Bemühungen kommen zu einer Zeit, in der die globale Cloud-Infrastruktur weiterhin von US-Unternehmen wie Amazon Web Services, Microsoft und Google dominiert wird – sie halten fast 65 Prozent des Marktes. China hingegen hat durch staatlich geförderte Initiativen eigene Technologie-Ökosysteme aufgebaut. Europa sieht sich damit zwischen konkurrierenden Standards und wirtschaftlichen Zwängen gefangen. Die Herausforderung geht über die Technologie hinaus: Es geht um die Sicherung der Kontrolle über Daten, Infrastruktur und die Wertschöpfung der Zukunft.

Die 11-Milliarden-Investition in Brandenburg markiert einen bedeutenden Schritt in Europas Bestrebungen nach digitaler Autonomie. Mit seiner Infrastruktur und dem Open-Source-Ansatz will Schwarz Digits die Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Anbietern verringern. Da auch öffentliche Einrichtungen ähnliche Strategien verfolgen, gestaltet der Kontinent seine digitale Landschaft schrittweise um – um die Hoheit über Daten und Technologie zu bewahren.

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