29 March 2026, 02:14

Thyssenkrupp-Aktie stürzt auf 52-Wochen-Tief – Energiekrise und Ölpreise belasten den Konzern

Liniengraph, der die US-Öl/Petroleumproduktion, -importe und -exporte im Zeitverlauf zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Thyssenkrupp-Aktie stürzt auf 52-Wochen-Tief – Energiekrise und Ölpreise belasten den Konzern

Der Aktienkurs von Thyssenkrupp hat mit 7,46 Euro ein neues 52-Wochen-Tief erreicht und damit den deutlichen Abwärtstrend der letzten Monate fortgesetzt. Das Unternehmen sieht sich wachsenden Belastungen durch explodierende Energiekosten, billige Importe und einen volatilen Ölmarkt gegenüber, der die Rohölpreise auf über 110 Dollar pro Barrel getrieben hat.

Die Aktie des Industriekonzerns ist allein in den letzten 30 Tagen um etwa 31 Prozent eingebrochen. Seit dem Höchststand von 13,225 Euro im Oktober 2025 hat der Kurs fast 44 Prozent verloren und lag Anfang März 2026 bei knapp 9,50 Euro. Der Rückgang folgt auf eine Reihe von Rückschlägen: ein Nettoverlust von 334 Millionen Euro im ersten Quartal 2025/26, Umstrukturierungskosten in Höhe von 401 Millionen Euro für die Sparte Steel Europe sowie eine Gewinnwarnung der Tochtergesellschaft Nucera.

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Die globale Stahl-Überkapazität – geschätzt auf 640 Millionen Tonnen – hat den Wettbewerb verschärft, während steigende Billigimporte zu Produktionskürzungen im französischen Werk von Thyssenkrupp zwingen. Die in die Höhe schießenden Energieausgaben, verschärft durch die Iran-Krise, belasten die Geschäfte zusätzlich. Die Nordsee-Ölsorte Brent notiert derzeit bei rund 113 Dollar pro Barrel, während OPEC-Öl auf 143 Dollar geklettert ist und die Kostendruck weiter erhöht.

Unterdessen arbeitet die Bundesregierung an einem "Entlastungspaket für Spritpreise" und erwägt, die nationalen Ölreserven anzuzapfen, um Engpässe zu mildern. Bundeskanzler Friedrich Merz hat zudem Zweifel am geplanten Kohleausstieg Deutschlands bis 2038 geäußert und die Notwendigkeit betont, die Versorgungssicherheit der Industrie zu gewährleisten.

Die Probleme von Thyssenkrupp spiegeln die größeren Herausforderungen der europäischen Stahlbranche wider – von Importkonkurrenz bis hin zur Energieinflation. Angesichts angespannter Ölmärkte und Aktienkursen nahe Rekordtiefs hängt die Erholung des Konzerns von Kostensenkungen und politischen Maßnahmen zur Bewältigung der anhaltenden Versorgungskrise ab. Die geplanten Entlastungsmaßnahmen der Regierung könnten zwar vorübergehend helfen, doch die strukturellen Belastungen bleiben bestehen.

Quelle